Worte zu den kirchlichen Anlässen

Gedanken zum zweiten Advent

Nach dem heiligen Nikolaus ist Maria die zweite Person, die in der kommenden Woche im Advent in besonderer Weise in den Mittelpunkt gestellt wird. Am 8. Dezember feiert die Kirche ein Hochfest, das leicht übersehen wird. Wir feiern „Maria Empfängnis.“  Der offizielle Name ist: “Hochfest der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria“. Der Blick richtet sich also auf die Empfängnis von Maria selbst, auf die Eltern von Maria, Mutter Anna und Vater Joachim. Es wird auf die Schwangerschaft Annas mit Maria geschaut.

Das Hochfest knüpft an eine Grundaussage unseres christlichen Glaubens an. Gott setzt in Maria einen Neuanfang in seiner Geschichte mit dem Menschen. Das Fest schlägt somit einen großen Bogen von der Schöpfungsgeschichte bis hin zur Botschaft an Maria, dass sie mit Jesus schwanger werden wird. Gott hat seinen Sohn in die Welt gesandt, damit er sie von dieser Urschuld erlöst und den Kreislauf des Bösen unterbricht.

Das Fest Maria Empfängnis könnte für uns bedeuten, trotz aller Unsicherheiten unseres Lebens, ein Ja zu Gottes Heilsplan zu sagen. Maria hatte den Mut und das Vertrauen, sich auf den Anruf Gottes durch den Engel Gabriel bedingungslos einzulassen, ohne vertragliche Absicherung. Auch sie blieb von Angst und Unsicherheit nicht verschont. Sie geht zu ihrer Verwandten Elisabeth, um im Gespräch Sicherheit für ihre Entscheidung zu erhalten. Gott schickt seinen Engel zu einem konkreten Menschen. Gott will aber nur kommen, wenn Maria, wenn wir Menschen, unser “Ja, ich glaube, ich vertraue dir” aussprechen.

So dürfen wir uns immer wieder an Maria „die Begnadete“ wenden, denn sie erfährt Gottes liebende Zuwendung und mit ihr die ganze Menschheit.

So wünsche ich Euch, Euren Familien, den Kindern und Jugendlichen, allen Kranken und denen die sie pflegen und begleiten sowie allen, die um einen lieben Menschen trauern, Gottes Segen und eine besinnliche Adventszeit.

Mit lieben Grüßen

Präses Diakon Dieter Wirth