Worte zu den kirchlichen Anlässen

Gedanken zum Heiligen Abend

Heute Abend wird es wieder angestimmt, das von Franz Xaver Gruber 1818 im Salzburger Land komponierte Lied: „Stille Nacht“. Den Text schrieb Joseph Mohr. Er war Vikar und in der Christmette 1818 in Oberndorf wurde es zum ersten Mal gesungen. Das Lied spricht unsere innerste Sehnsucht nach Geborgenheit und Liebe, nach Wärme und Heimat, einfach nach Menschsein an.

Unsere Welt ist nun einmal wie sie ist, wir allein können sie nicht ändern. Aber durch unseren Zusammenhalt und unsere Arbeit in unserer Kolpingfamilie schaffen wir immer wieder kleine Veränderungen und notwendige Hilfen für Bedürftige aller Art. Gemeinsam haben wir uns im Advent auf den Weg nach Bethlehem gemacht, um nun staunend und betend vor der Krippe beim Jesuskind zu stehen, mit den Hirten, die Nachtwache bei ihren Herden hielten. Sie haben sich auch aufgemacht, um das Wunder im Stall zu sehen und dann zu verkünden.

Die Botschaft des Engels an Maria wurde nicht in einer idyllischen Situation verkündet und die Geburt war nach der Herbergsuche. Gott wird Mensch, um nahe bei uns Menschen zu sein. Um mit uns durchs Leben zu gehen, Ohnmacht und Angst zu teilen, Freud und Leid miteinander zu bestehen. Das ist die Botschaft von Bethlehem, das ist Weihnachten.

Mit einem herzlichen Dank, ein „Vergelts Gott“, für unsere Gemeinschaft an jede und an jeden Einzelnen wünsche ich Euch, den Suchenden, den Kranken und denen die sie begleiten, denen die um einen lieben Menschen trauern, den Kindern in den Ferien, den Jugendlichen, den Verzweifelten, den Schwestern und Brüdern von der Straße, die in dieser Nacht kein Dach über dem Kopf haben und auch den Fröhlichen und den Menschen, die mit einer Beeinträchtigung leben, ein besinnliches, frohes und gesegnetes Weihnachtsfest. Dazu ein gottgeführtes und gesundes Jahr 2022.

Präses Diakon Dieter Wirth