Worte zu den kirchlichen Anlässen

Gedanken zu Allerheiligen und Allerseelen

Allerheiligen:

Auch wenn wir am 1. November die Gräber unserer lieben Verstorbenen besuchen, so ist der Allerheiligentag ein freudiges Fest. Es wird der Menschen gedacht, die keinen eigenen Gedächtnistag haben, die jedoch im Himmel das Angesicht Gottes schauen. Wir denken auch an die Menschen, die in Liebe, Glaube und Hingabe ihr Leben vollendet haben. Also Mütter, Väter, Großmütter, Großväter, Tanten und Onkel und noch viele andere. Im Festgottesdienst hören wir die Vision aus der Geheimen Offenbarung: “Dann sah ich eine große Schar aus allen Nationen und Stämmen, Völkern und Sprachen, niemand konnte sie zählen. Sie standen in weißen Gewändern vor dem Thron und vor dem Lamm… ( Offenbarung 7,9 ).  Im Evangelium werden die Seeligpreisungen aus der Bergpredigt gelesen,  Richtschnur für das Leben aller Heiligen, die von ihnen als Weg gewählt wurde. Da Allerheiligen meist arbeitsfrei ist, besuchen viele die Gräber, die dann auch gesegnet werden.

An Allerheiligen gibt es viele Bauernregeln: „Schnee am Allerheiligentag, selten lange liegen mag.“  „Bringt Allerheiligen einen Winter, so bringt Martini einen Sommer.“ „Zu Allerheiligen Sonnenschein tritt der Nachsommer ein.“ „Allerheiligen klar und helle, sitzt der Winter an der Schwelle.“

Mit Allerheiligen begann in Irland das neue Jahr, der Ursprung von Halloween, das mit ausgelassenem Brauchtum verknüpft ist.

Allerseelen:

Es ist der zweite Gedenktag, er erinnert uns an Tod und Sterben, aber auch an die Hoffnung, dass mit dem Tod ein neues, unvergängliches Leben beginnt. Dieser Tag bringt uns das Leid und die Trauer des Karfreitags nahe und führt uns in das österliche Licht der Auferstehung unseres Herrn Jesus Christus. Es werden in verschiedenen Gegenden zu Allerseelen Seelenzöpfe oder Stangenweißbrot (Seelen) an Patenkindern überreicht, die sich mit einem „Vergelts Gott” bedanken.

Nun wünsche ich Ihnen, den Trauernden und den Fröhlichen, den Kranken und denen die sie pflegen und begleiten, den Einsamen und den Ratlosen einen gesegneten Allerheiligentag und einen besinnlichen Allerseelentag.

Den Kindern und Jugendlichen wünche ich erholsame und frohe Ferien.

Diakon Dieter Wirth, Präses der Kolpingsfamilie Oberschleißheim