Worte zu den kirchlichen Anlässen

Gedanken zum Kirchweihtag

Ein herzliches grüß Gott.

Langsam zieht der Herbst ins Land und die Natur zeigt ihr buntes Gewand. Wie jedes Jahr so auch heuer feiern wir am 3.Sonntag im Oktober die „Allerweltkiada.“ Ein großes Fest im Kirchenjahr, eine Stärkung für Leib und Seele. Lange war es üblich, dass eine Kirchweih entweder am tatsächlichen Jahrestag der Weihe, oder falls das Weihedatum unbekannt war, um den Gedenktag des Patrons gefeiert wurde. Besonders auf dem Land ist Kirchweih eine wichtige Institution. Da gibt es Gänsebraten, und Schmoiznudln, es wird getanzt und wenns passt auch „angebandlt.“ Auch an Unterhaltung , Getränken und Bier fehlt es nicht. Weil in Bayern gern gefeiert wird, hat man gleich alle umliegenden Dörfer eingeladen. So ging es rundum von Dorf zu Dorf. Aber wer will da noch arbeiten, wenn ständig eine ganze Gegend auf einem Kirchweihfest versammelt ist? Das fragte sich auch die bayrische Obrigkeit. Um dem Treiben Einhalt zu gebieten wurde ein für alle Kirchen verbindliches Datum festgelegt und zwar am 3. Oktobersonntag. 1866 führten die bayrischen Bistümer und Erzbistümer diesen Erlass ein. Die sogenannte „Allerweltskiada war geboren.

An diesem Sonntag wird in der hl. Messe das Evangelium vom Zöllner Zachäus (Lk.19. 1-10 ) verkündet. Er war klein von Gestalt und um Jesus zu sehen stieg er auf einen Baum. Jesus sah ihn und sagte zu ihm: „Zachäus steig schnell vom Baum, heut kehr ich bei dir ein.“ Da handelte sich Jesus Widerspruch ein. Zöllner waren zu Zeiten Jesu unbeliebt, ja gefürchtet. Was ist im Haus des Zachäus passiert? Ohne von Jesus aufgefordert zu werden, gibt er die Hälfte seines Vermögens den Armen. Er verspricht:“ Wenn ich jemand erpresst habe, dann gebe ich es vierfach zurück.“ Zachäus zeigt wie man mit Reichtum umgeht, wenn es um das Reich Gottes geht. Zachäus steigt auf einen Baum, er sucht Jesus. Damit erfüllt sich das Schriftwort: „Wer sucht, der findet.“ Das lässt ihn Hindernisse überwinden, auch wenn die Menge ihm die Sicht verstellt. Er findet in der Begegnung mit Jesus den Mut zur Veränderung.

Am Sonntag sehen wir am Kirchturm wieder den „Zachäus“, auch wenn wir uns nicht in gewohnter Weise beim „Kiadasinga“ treffen können, sind wir doch durch Gottesdienst und Gebet verbunden. So wünsche ich Euch, euren Familien, den Kindern und Jugendlichen, unseren Kranken und denen die sie pflegen und begleiten, allen die um einen lieben Menschen trauern einen frohen  und gesegneten Kiadasunnda.

Liawe Griass und Treu Kolping

Dieter Wirth

Diakon und Präses der Kolpingsfamilie Oberschleißheim e.V.