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Mehr als 300 Jahre Wiesenmühle

veröffentlicht am

Mehr als 300 Jahre Wiesenmühle

Für den Seniorenkreis der Kolpingfamilie referierte Hans-Dieter Darmstädter über die traditionsreiche Mühle am Wickerbach. Der Flörsheimer arbeitet seit seiner Pensionierung im Stadtarchiv von Hochheims Nachbarstadt und ist ein Kenner der Regionalgeschichte, die er mit vielen selbst erlebten Anekdoten würzen konnte.

Der Name ?Wiesenmühle? ist verhältnismäßig neu. Erbaut wurde sie 1699 von Johann Jakob Kiefer, mit Erlaubnis des Mainzer Domkapitels ?obig der Flörsheimer Wiesen, am Steg gelegen?. Es gab schon vier weitere Mühlen: Hopfenmühle (abgerissen), Tauberts- oder Abelsmühle (heutiger Bauhof), Engelsmühle (nur noch Reste der Scheune erhalten) und die Obermühle. Die vier Müller legten Beschwerde gegen den geplanten Neubau ein. Ihr Argument, das Wasser des Wickerbachs würde nicht für fünf Mühlen ausreichen, genügte offenbar nicht, denn Kiefer erhielt als ehrsamer und angesehener Bürger die Bauerlaubnis. Hans-Dieter Darmstädter gab die Frage, ob die Mühle an diesem Ort errichtet wurde, damit die Hochheimer einen kürzeren und flacheren Weg zu einer Mühle haben sollten, als Forschungsauftrag an die örtlichen Heimatforscher weiter.

1724 verkaufte Kiefer dann die Mühle für stattliche 5000 Gulden an Johan Geduld von Jungenfeld, vermutlich um Erbschaftsansprüche, die durch seine 3. Ehe entstanden waren, zu befriedigen. Der Kaufvertrag mit detaillierten Bedingungen wurde vor dem Ortsgericht von Flörsheim abgeschlossen.

1911 ließen die Jungefelds, deren Wappen in der Mühle erhalten ist, oberhalb des alten Mühlengebäudes das zweistöckige Herrenhaus errichten.

Die von Jungefelds verkauften das Anwesen 1949 an die Familie Thomas, die vorher schon die Mühle gepachtet hatten und dort Geflügel züchtete. 1953 wurde das Herrenhaus zur Gartenwirtschaft , der heutige Gasthof wurde 1994 gebaut. In Nachfolge der Familie Thomas kam die Wiesenmühle an die Familien Schneider bzw. Idstein, von denen sie heute noch als Gastwirtschaft und beliebtes Ausflugsziel betrieben wird.

Auch auf die Anna-Kapelle oberhalb des hauseigenen Weinbergs, an dem neben Rivaner zunehmend Riesling angebaut wird, gelegen, ging Darmstädter ein. Johann Jakob Kiefer ließ sie 1715 errichten. Das alte Bild der Anna Selbdritt nahm allerdings der Bischof von Jungenfeld schon mit.
 

Im Anschluss an seinen Vortrag ergaben sich noch lange Gespräche mit Hochheimer Heimatforschern, die auf weitere Aufschlüsse der gemeinsamen Mainzer Vergangenheit von Hochheim und Flörsheim hoffen lassen.

Ansprechperson

Alois Hofmann und Peter Moravek

info@kolping-hochheim.de