NIKOLAUS

Oktober 2022

In diesem Jahr möchten wir endlich wieder eine alte Tradition aufleben lassen und am Nikolaustag Familien in ihrem Zuhause besuchen. Viele Jahre lang durften unsere Nikoläuse Weingartner Familien auf Wunsch am 6. Dezember besuchen. Dazu haben wir selbstverständlich alles, was zu einem echten Nikolaus gehört:  Mitra, Bischofsstab, Rauchmantel, goldenes Buch und natürlich auch einen großen Sack, für die Geschenke der Kinder. Unsere Nikoläuse werden zu vorab vereinbarten Uhrzeiten zu der jeweiligen Familien gefahren, die den Nikolaus  erwartet. Die Kinder haben oftmals ein Lied oder Gedicht für den Nikolaus vorbereitet, die er sich natürlich anhört, bevor er im Gespräch mit dem Kind/den Kindern bespricht, was das Kind schon richtig toll kann und wo es vielleicht ermuntert werden sollte. All das steht im goldenen Buch des Nikolaus. Sollten Sie Lust haben, in diesem Jahr einen Nikolaus darzustellen,  dann melden Sie sich doch einfach unter nikolaus@kolping-weingarten.de

Wir freuen uns!

 

Nikolaus 2021

Lustig, lustig, trallerallera, heut’ ist Nikolausbend da!

Herzlich Willkommen zum 6. Türchen des Lebendigen Adventskalenders der Gemeinde Weingarten. Da uns der Nikolaus in diesem Jahr nicht persönlich besuchen kann, haben wir hier einige Links gesammelt:

Infos:

Hl. Nikolaus (www.religionen-entdecken.de)

Legenden:

Nikolaus und die drei Schwestern (Margret Nußbaum)

Legende vom heiligen Nikolaus (länger, fasst mehrere Legenden zusammen)

Filme für Kinder:

Die Sendung mit der Maus: Lachgeschichte Nikolaus

Die Kornlegende – erzählt mit Playmobilfiguren

Katholisch.de: Wer ist eigentlich der Nikolaus?

 

Wir wünschen allen einen schönen Nikolaustag und noch eine ruhige, besinnliche Adventszeit!

 

Nikolaus 2020

Wie bereits angekündigt, wird unser Nikolaus Sie in diesem Jahr leider nicht besuchen. Weder wollen wir unsere Nikolaus-Darsteller dem Risiko einer Coronainfektion aussetzen, da sie fast alle zur Risikogrupge gehören, noch wollen wir das Virus durch zahlreiche Besuche weiterverbreiten.

Wir haben einen Brief aufgesetzt, in dem der Nikolaus den Kindern die Situation erklärt. Diesen können Sie herunterladen und personalisieren und z.B. mit den Geschenken in den Schuh stecken.  Oder mit den Geschenken übergeben, je nachdem, wie Sie den Nikolaustag für Ihre Kinder gestalten wollen. Den Brief gibt es einmal für ein Kind und einmal für Geschwisterkinder. Sie finden ihn hier: Nikolausbrief 2020

Sollten Sie Ihrem Kind/ Ihren Kindern eine Nikolausgeschichte vorlesen oder erzählen wollen, so empfehlen wir Ihnen in diesem Jahr die Geschichte um die drei Schwestern, da auch hier der Nikolaus nicht direkt zur Familie nach Hause kommt. Zwei Versionen dieser Geschichte finden Sie unter den beiden Links:

Nikolaus und die drei Schwestern (Margret Nußbaum)

Legende vom heiligen Nikolaus (länger, fasst mehrere Legenden zusammen)

Außerdem beteiligen wir uns heute beim lebendigen Adventskalender des CVJM und der evangelischen und katholischen Kirche. In der Gartenstr. 8 finden sie unser geschmücktes Tor (anstelle eines Fensters), das Sie mit Ihren Kindern besuchen können. Vor Ort werden wir auch Ausmalbilder für die Kinder bereithalten.

Wir wünschen Ihnen und Ihren Kindern trotz allem einen schönen Nikolaustag, eine besinnliche Adventszeit und ein wunderschönes Weihnachtsfest!

 

Einmal und nie wieder! Ein Pfarrer als Nikolaus

Eine  lustige Nikolausgeschichte besonders für Erwachsene. Bitte lesen Sie die Geschichte komplett, bevor Sie entscheiden, ob Sie diese ihren Kindern vorlesen wollen.

Einer meiner Jagdfreunde war katholischer Pfarrer. Er war ein waidgerechter Jäger und  großer Naturfreund. Was mich aber ganz besonders für ihn einnahm, war seine vorbildliche Toleranz.

Weil wir viel miteinander auf die Jagd gingen, ergab es sich, dass sich zwischen uns eine Freundschaft entwickelte und er fast jeder Woche einmal bei meiner Frau und mir zu Gast war.

Dann fragte ihn meine Frau eines Tages, ob er nicht für unseren damals fünfjährigen Buben den Niklaus machen wolle. Damit erklärte sich der Pfarrer sofort einverstanden. Wenn er aber gewusst hätte, was ihm dabei blühen würde, hätte er ganz bestimmt nicht zugesagt.

Schon tagelang vor dem Nikolausabend war unser kleiner Lausbub aufgeregt und fragte immer wieder, ob ihm der Nikolaus wohl etwas bringen würde, ob er eine Rute dabei habe, ob wir glauben, dass er ihn vielleicht durchhaut, weil er abends immer nicht ins Bett gehen will, und ob er ihn vielleicht sogar in den Sack steckt und mitnimmt? So sägte er unentwegt an den Nerven, obwohl wir ihm versicherten, dass der Nikolaus ein lieber Mann sei und nur ganz böse Gassenbuben durchhaue und in den Sack stecke.

Endlich war es dann so weit. Als es dunkel war, fuhr ein Auto vor und kurz darauf hörten wir im Vorgarten ein Glöcklein klingeln. Aufgeregt klammerte sich der Bub an die Hand der Mutti und ich ging zur Haustür, um den Heiligen hereinzulassen. Er sah wirklich aus wie ein Bilderbuch-Nikolaus, der gute Pfarrer. Er hatte einen wallenden weißen Bart, eine goldene  Mitra (Bischofsmütze) auf dem Kopf und einen langen Hirtenstab in der Hand. Um die Schultern trug er einen langen, reichlich bestickten Mantel. In einem großen Sack hatte er die Geschenke für den Buben. Als wir das Zimmer betraten, saßen die Mutti und der Bub auf der Couch. Mit großen Augen starrte der Kleine den Nikolaus an. Zaghaft erhob er sich und begrüßte artig den Heiligen. Dann lief er sofort wieder zur Mutti zurück und umklammerte mit beiden Händen ihren Arm.

„Du kannst aber schön Grüßgott sagen“, lobte der Nikolaus. „Wie heißt du denn?“

„Hubert antwortete der kleine Mann.

„ So Hubert heißt du. Weißt du eigentlich auch, wer der heilige Hubertus ist, dessen Namen du trägt?“

„Ja Nikolaus. Der heilige Hubertus ist der Schutzpatron der Jagd und der Jäger.“

„Sehr gut! Du bist ja ein ganz gescheiter Bub. Weißt du vielleicht auch, wer der Schutzpatron der Tiere ist?“

„Der heilige Franziskus“ kam wie aus der Pistole geschossen. „Das ist mein liebster Heiliger, weil er die Tiere beschützt.“

„Du liebst wohl die Tiere sehr, Hubert?“ fragte der Nikolaus weiter.

„O ja, heiliger Nikolaus, furchtbar sehr. – Alle Tiere.“

„Dann fütterst du im Winter sicher auch die Vögel?“

„Freilich, heiliger Nikolaus – jeden Tag. Ich gebe ihnen Hanf, Sonnenblumenkerne, Nüsse  und ungesalzenes Fett. Und mit dem Vati gehe ich in den Wald zu den Wildfutterstellen und tue Heu in die Raufen und Eicheln in die Futterbarren.“

Der Nikolaus war sichtlich gerührt. Er strich dem Buben mit der Hand über das Haar und sagte: „Also, du bist wirklich ein lieber Bub. Wenn du so brav zu den Tieren bist, wird sich der liebe Gott bestimmt sehr freuen und dich beschützen. Für deine Tierliebe musst du belohnt werden.“ Bei diesen Worten griff der Nikolaus in den großen Sack und legte eine Menge bunter Tüten und Päckchen auf den Tisch. Nachdem sich der Bub artig bedankt hatte, wollte der Nikolaus wissen: „Und bist du sonst auch immer brav und folgst deinen Eltern?“

Hubert zögert mit der Antwort und schaut hilfesuchend erst die Mutti und dann mich an. Als ich ihm lächelnd zunickte, sagte er: „Ja, heiliger Nikolaus, ich denke schon.“

Da blinzelte der Nikolaus verschmitzt und fragte scherzhaft: „Und der Vati – ist der auch immer brav?“

Diese Frage hätte der gute Pfarrer nun wirklich nicht stellen sollen, denn die Antwort, die er von meinem Sohn darauf bekam, war verblüffend und der Pfarrer hätte dabei beinahe einen Zwerchfellriss zugezogen.

Hubert sagte nämlich: „Der Vati ist immer brav, heiliger Nikolaus. Nur wenn der Herr Pfarrer zu uns zu Besuch kommt, dann saufen die zwei wie die Bürstenbinder. Am letzten Mittwoch haben der Herr Pfarrer und der Vati in Vati seinem Jagdzimmer drei Flaschen Wein getrunken – gell Mutti?“

Meine Frau und ich brüllten vor Lachen. Der Pfarrer aber musste doch die Würde des Nikolaus wahren und war daher gezwungen, seine Heiterkeit zu unterdrücken. Er schnappte ein paar Mal nach Luft, drehte sich um und bekam einen fürchterlichen Hustenanfall.

Als er sich wieder einigermaßen gefasst hatte, fragte er mit stockender Stimme: „Soll ich den Vati in den Sack stecken und mitnehmen, Hubert?“

Mit beiden Händen wehrte mein Sprössling erschrocken ab und bat: „Um Gottes Willen – nein, heiliger Nikolaus, das darfst net tun. Nimm lieber den Herrn Pfarrer mit! Der wohnt in dem großen Haus gleich neben der Kirche.“

Nun war es mit der Beherrschung des guten Geistlichen endgültig vorbei. Er machte auf dem Absatz kehrt und verließ fluchtartig das Zimmer. Im Hausflur lehnte er sich an die Wand und krümmte sich vor Lachen. Zu mir aber sagte  er später: „Mein lieber Spitz, bei deinem Jungen mache ich in meinem Leben keinen Nikolaus mehr.“

Heinrich Schneider-Dießen

 Aus Willi Hoffsümmer Es begab sich zu der Zeit, Herder-Verlag

 

Vorlesegeschichte:

Die Legende vom heiligen Nikolaus

Wer war der heilige Nikolaus, der am 6. Dezember tausende Kinder glücklich macht? Diese Geschichte zum Vorlesen erzählt Kindern seine bekanntesten Legenden.

Ihr kennt doch den heiligen Nikolaus? Vor vielen hundert Jahren lebte er in dem Land, das wir heute Türkei nennen.

In seinen jungen Jahren war Nikolaus natürlich noch kein Bischof. Und noch lebte er auch nicht in Myra, sondern in einer anderen Stadt. Nikolaus war damals ein reicher Mann. Von seinen Eltern hatte er viel Geld, ein großes Haus und manch anderen Besitz geerbt.

In den Sommermonaten, wenn es schön warm war, spielte sich das Leben der Menschen auf den Straßen ab. Gern spazierte Nikolaus dann umher und hörte auf das manchmal muntere, manchmal traurige, manchmal komische Stimmengewirr in den Gassen.

Doch plötzlich hört er hinter einer Mauer eine traurige Stimme. Und auch weinende Stimmen sind nicht zu überhören: “Morgen werdet ihr zu euren neuen Dienstherren gehen,” sagt eine tiefe Männerstimme. “Wie gerne würde ich euch bei mir behalten. Aber ich bin arm. Ich schaffe es nicht, genug Geld zum Leben für uns alle zu verdienen.”

Die traurige Stimme des Vaters und das Weinen der Mädchen stimmen Nikolaus nachdenklich. Kann er nicht helfen? Rasch läuft er zurück in sein Haus. Dort füllt er einen Sack mit Goldstücken. Er eilt zurück zur Gartenmauer. Er geht bis zu der Stelle, an der die Mauer ein Fenster zum Wohnhaus hat. Schnell schaut Nikolaus sich um: niemand hat ihn gesehen. Da nimmt er den Sack mit den Goldstücken und wirft ihn hinein! Bevor noch jemand aus dem Fenster schauen kann, dreht er sich um und läuft davon.

Im Haus hat der arme Vater das ungewöhnliche Geräusch am Fenster gehört. Und wie groß ist seine Überraschung, als er den aufgeplatzten Sack und die vielen Geldstücke entdeckt! Woher das Geld wohl kommt? Wer hat es durch die Fensteröffnung geworfen? Rasch schaut der Vater auf die Straße hinaus. Aber dort ist es menschenleer! Nur etwas weiter oben in der Straße, dort, wo die Häuser der Reicheren stehen, meint er eine Bewegung an der Haustüre wahrzunehmen. Dort wohnt doch der reiche junge Mann, dieser Nikolaus?! Er wendet seinen Blick wieder dem Geld zu: Ob es wirklich für ihn und seine Töchter bestimmt ist? Dann wäre er allen Kummer und alle Sorgen los! Die Frage, wer der gute Geber ist, lässt ihm keine Ruhe. Er beschließt, im Haus von Nikolaus nachzufragen. All seinen Mut nimmt er zusammen und klopft an. Der Diener führt ihn zu Nikolaus in den Garten. “Junger Herr”, spricht der Vater, und sinkt vor Nikolaus auf die Knie, “sag, bist du es, der einen Geldsack durchs Fenster in mein Haus geworfen hat? Ist es wirklich gedacht, mir und meinen Töchtern zu helfen?”

“Steh nur auf”, antwortet Nikolaus und hilft dem Mann auf die Füße. “Ich hörte zufällig von deiner Not. Es ist doch nicht schwer, von dem Vielen, was ich besitze, abzugeben. Du brauchst mir nicht zu danken. Ich freue mich mit euch, wenn es dir und deinen Töchtern gutgeht.”

Jahre sind vergangen. Nikolaus ist älter geworden. Nun unternimmt er Reisen, um andere Städte kennenzulernen. Eines Morgens will er in der Stadt Myra die Kirche besuchen. Zu Tagesbeginn möchte er dort beten. Die Lehren Jesu sind ihm wichtig! Er weiß, dass Gott ihn liebt. Er möchte wie Jesus den Menschen helfen. Er ist gerne Christ.

Als er den dunklen Kirchenraum betritt, stellt sich ihm plötzlich ein alter Mann entgegen: “Das ist er, das ist unser neuer Bischof!”, ruft er in die Kirche hinein. Nikolaus ist verwirrt: “Ich bin kein Bischof!”, sagt er und will sich abwenden. Doch der Mann hält ihn fest: “Unser alter Bischof ist vor kurzer Zeit gestorben. Nun brauchen wir einen neuen Bischof, der sich um uns sorgt und uns führt. In der vergangenen Nacht haben wir gebetet, dass Gott uns zeigen möge, wer unser Bischof sein soll.” Die Augen des alten Mannes glänzen. “Wir meinten, dass Gott sicher einen guten und frommen Menschen zu uns schicken wird. Und du bist nun schon so früh am Morgen in die Kirche gekommen! Wer seinen Tag im Gebet unter den Schutz Gottes stellt, der ist sicher ein guter Bischof für uns!”

Nikolaus ist verwirrt: Sollte es wirklich Gottes Wille sein? Er will darüber nachdenken. Er möchte überlegen, ob er als Bischof den Menschen und Gott dienen kann. Plötzlich merkt er, dass in der Kirche noch viele andere Menschen sind. Alle hoffen, dass er ihr Bischof werden wird! Die hoffnungsvollen Augen der Menschen und ihre Bitten bleiben bei Nikolaus nicht ungehört. Einige Zeit später wird Nikolaus zum Bischof von Myra geweiht. Nikolaus spürt, dass er Gott und den Menschen als Bischof gut helfen kann.

Wieder ist eine lange Zeit vergangen. Die Menschen in Myra lieben ihren frohen und freundlichen Bischof. Sie haben erfahren, dass sie mit ihren Sorgen und Nöten bei ihm ein offenes Ohr und Hilfe finden.

Und nun herrscht große Hungersnot im Land, die Hitze hat alles Korn verdorren lassen. Die Menschen haben großen Hunger. Da, eines Tages, fahren Schiffe schwer beladen mit Korn in den Hafen ein. Gerne möchten die Menschen den Schiffern das Korn abkaufen. Doch die Schiffer verkaufen nichts: “Unser Dienstherr wird uns bestrafen, wenn wir nicht alles Korn zum Zielhafen bringen”, so sagen sie.

Da geht Bischof Nikolaus zum Hafen: “Gebt den Menschen von eurem Korn. Gott selbst wird eure Schiffe wieder füllen. Euer Dienstherr wird zufrieden sein.” Die Schiffer sind skeptisch. Aber sie sehen die hungrigen Menschen und geben schließlich doch von ihrem Korn ab. Bischof Nikolaus teilt alles gerecht. Alle werden satt. Und auch die Felder können neu bestellt werden.

Die Schiffe aber sind tatsächlich später vollbeladen im Zielhafen angekommen!

Bis heute haben die Menschen nicht vergessen, wie viel Liebe Bischof Nikolaus verschenkt hat und wie gut er zu den Menschen war. Jedes Jahr am 6. Dezember feiern sie deshalb den Nikolaustag!

Text: Efi Goebel

Aus: https://www.erzbistum-koeln.de/presse_und_medien/magazin/Vorlesegeschichte-Die-Legende-vom-Heiligen-Nikolaus/