Zum Inhalt
Kolping Logo

Kolpingsfamilie

Hunteburg

Portrait Adolf Kolping
Schmuckelement Kurve oben Schmuckelement Kurve oben

Regenbogenfahne hängt in Hunteburg vor der Kirche

veröffentlicht am

Auf Initiative vom Pfarrgemeinderat Hunteburg wurde am 20.11.21 nach der Vorabendmesse in Hunteburg vor der Kath. Dreifaltigkeitskirche eine Regenbogenfahne gehisst.

Im Gottesdienst formulierte die Pfarrgemeinderatsvorsitzende die bisher gemachten Überlegungen in den Hunteburger Gremien zu dem Thema Segnung gleichgeschlechtlicher Paare. Mit dieser Aktion möchte man deutlich machen, dass alle Paare, die sich unter den Segen Gottes stellen möchten, diese Möglichkeit auch bekommen sollen.

 

Auch das Kolpingwerk Deutschland hat im März 21 das Verbot dieser Segnung seitens Papst Franziskus als falsch bewertet. Hier ein Auszug der Stellungnahme des Bundespräsidiums des Kolpingwerkes vom 23.03.2021:

 

Klares Nein zum Verbot der Segnung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften
Jede Beziehung, in der Menschen sich als gleichwertige und geliebte Kinder Gottes annehmen, die Würde des
Anderen achten und sich um dessen Wohl sorgen, ist wertvoll. In allen menschlichen Beziehungen, die von Liebe
und Achtung getragen sind, kommt jene Fähigkeit zur Liebe zum Vorschein, die der Schöpfer seinen Geschöpfen
mitgegeben hat. Aufgabe der Kirche ist es, die Menschen zu begleiten, und der Gestaltung ihrer Beziehungen zu
dienen.
Mit ihrer am 15. März 2021 veröffentlichten Erklärung macht sich die Glaubenskongregation in Rom zur Kontrol‐
leurin darüber, wen Gottes Segen erreichen darf. Das ist unangemessen und falsch. Mit Bezug auf Papst Franzis‐
kus, der immer wieder für „die Kunst der Unterscheidung“ wirbt, fordern wir, existenzielle Fragen des Lebens
sorgfältig abzuwägen, die Vielgestaltigkeit und Wandelbarkeit der Lebenswirklichkeit anzuerkennen und auf vor‐
schnelle Urteile und Bewertungen unbedingt zu verzichten. Trotz des bekundeten Willens, homosexuelle Men‐
schen anzunehmen, grenzt die Erklärung der Glaubenskongregation sie aus, kränkt und verletztsie. Die Erklärung
macht uns nicht nur betroffen, sondern fordert unseren Widerspruch heraus!
Die Auseinandersetzung mit Fragen zum Umgang mit gleichgeschlechtlicher Liebe und den daraus erwachsenen
Beziehungen kann damit nicht beendet sein. Die Diskussion und das gemeinsame Ringen müssen weitergehen.
Die kirchliche Lehre verlangt dringend nach einer erweiterten Sichtweise auf die menschliche Sexualität. Dazu
gehört eine ernsthafte und zutiefst wertschätzende Neubewertung von Homosexualität, nicht zuletzt unter Ein‐
schluss aller heutigen humanwissenschaftlichen Erkenntnisse und zugleich im Dienste einer menschenfreundli‐
chen Seelsorge. Die bloße Wiederholung der traditionellen lehramtlichen Wahrnehmungen und der daraus
Seite 3
resultierenden negativen Wertung von Homosexualität auf naturrechtlicher Basis wird heute von vielen Seelsor‐
gerInnen und Gläubigen nicht mehr akzeptiert. Ein Verweis auf die Formulierungen des Katechismus reicht nicht
mehr aus, wenn tragfähige Argumente für eine entsprechende theologische Weiterentwicklung sprechen.
Segensfeiern in diesem Kontext sind aus der konkreten Praxis und seelsorglichen Begleitung der Menschen vor
Ort entstanden. Sie sind ein wichtiges und wertschätzendes Zeichen für gläubige Menschen. Die Befürchtung,
dass durch die Segnung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften eine Verwechslung mit der sakramentalen Ehe
eintreten kann, teilen wir nicht.
Wir lehnen das Verbot der Segnung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften ab und sehen die Erklärung als er‐
neute Störung des Synodalen Weges. Es ist gut, dass das Synodalforum „Leben in gelingenden Beziehungen“ den
Auftrag hat, die Sexuallehre der Kirche vor dem Hintergrund der heutigen Zeit sowie dem sensus fidelium, dem
Glaubenssinn der Gläubigen, neu zu bewerten.