Impuls

Jesus spricht: Wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen

Jahreslosung 2022

Liebe Kolpingschwestern und Kolpingbrüder

Zu Beginn des neuen Jahres, für das ich euch alles Gute wünsche, möchte ich euch keine eigenen Gedanken vorlegen. Wie in den vergangenen Jahren hat mir unser Kolpingbruder Horst Franzke auch zu diesem Neuen Jahr ein Weggeleit 2022 geschenkt.

Am Beginn dieses lesenswerten Heftes steht eine Abhandlung von Martin Treichel, die ich an euch weitergeben möchte.

Jahreslosung 2022

Jesus spricht: Wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen

Was für ein großartiger Satz, die neue Jahreslosung! Jesus öffnet alle Türen. Er stellt keine Bedingungen und erwartet keine Vorleistungen.

Er stellt keine Regeln auf und baut keine Hürden auf. Er fragt nicht mit wem und wie du lebst und liebst. Er macht dir keine Vorhaltungen, dass du dich nicht längst hast bei ihm blicken lassen. Er macht dir nicht zum Vorwurf, dass du in weiten Teilen deines Lebens ganz gut ohne ihn auskommst. Er sagt: Schön, das du gekommen bist .Tritt her und fühle dich wie zu Hause. Setz dich an meinen Tisch und sei mein Gast. Erzähl mir, was dich bedrückt und was dich erfreut. Und sei gewiss: Du bist gesegnet und sollst ein Segen sein.

Jesus spricht: Wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen.

Was für ein Unterschied zu den Zäunen, die wir um unsere Kirchen bauen und mit denen wir die Getauften von den Ungetauften, die Protestanten von den Katholiken, die Kerngemeinde von den Heiligabendchristen, die Frommen von den Zweiflern trennen.

Es bekümmert mich, wenn mir immer wieder Menschen erzählen, wie sie abgewiesen wurden von der Kirche und ihren Repräsentanten:innen. Das schwule Paar, dass so gern kirchlich getraut worden wäre. Die alleinerziehende Mutter, die ihr Kind taufen lassen möchte. Der zweifelnde Mann, der für seine Suche und seine Fragen keine Resonanz in seiner Gemeinde findet. Die Singlefrau, die sich nicht gewürdigt fühlt mit ihren Lebensformen und die skeptischen Blicke spürt.

Jesus spricht: wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen.

Was für ein Unterschied zu denen, die einen Zaun um unser Land und um unseren Wohlstand bauen. Denen, zu den Menschen aus Kabul, die sich im Spätsommer des vergangenen Jahres an startende Flugzeuge klammerten, nur der eine Satz einfiel:
„2015 darf sich nicht wiederholen“

Denen, die so bedrückend einfallsreich sind, Menschen auszugrenzen. Die vor der „Einwanderung in die Sozialsysteme“ warnen und von Pull Effekten“ raunen, wenn es mit Hilfe eines kirchlichen Rettungsschiffs ein paar Dutzend Flüchtlingen tatsächlich gelungen ist, Europa zu erreichen

Jesus spricht: Wer zu mit kommt, den werde ich nicht abweisen

Was für ein großartiger Satz, die neue Jahreslosung. Wenn Gottes Herz so weit ist, wie könnte unseres so eng sein? Wenn Jesu Türen so weit offenstehen, wie könnten wir sie dann verschließen?

„ Komm o mein Heiland Jesus Christ/ mein Herzens Tür dir offen ist./Ach zieh mit deiner Gnade ein, dein Freundlichkeit auch mir erschein.“

Das singen wir im Advent. Aber es gilt das ganze Jahr. Jesus weist uns nicht ab. Wir sind ihm willkommen. Und wer dies erlebt und erfährt, ein gern gesehener Gast bei Gott zu sein, der wird selbst diese Haltung verkörpern und ausstrahlen und sagen“ Ich bin zwar nicht Jesus. Aber wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen.

Vielen Dank, Martin Treichel, für diese Worte!

Norbert Baumgart.