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Politiker stellen sich ?Blitzfragen? Schülerfrage an Stefan Scheffold Schülerfrage an Veronika Gromann Schülerfrage an Klaus Maier Schülerfrage an Julia Frank

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Politikverdrossenheit ist beim Abtsgmünder Nachwuchs ein Fremdwort. Denn bei der Podiumsdiskussion mit Landtagskandidaten am Mittwoch im St.-Jakobus-Gymnasium stellten die Jugendlichen ihre Fragen an Dr. Stefan Scheffold (CDU), Klaus Maier (SPD), Veronika Gromann (Grüne) und Dr. Julia Frank (FDP). Initiiert von der Kolpingsfamilie.

(Foto: Gotthard Bieg)
Abtsgmünd. Nicht schüchtern, nicht flüsternd oder verlegen. Sondern gezielt und konkret wurden die Fragen an die Landtagskandidaten von den Schülern aus den 9. und 10. Klassen des Jakobus-Gymnasiums und der Friedrich-von-Keller-Schule gestellt. Hörbar gut vorbereitet, nutzte der Nachwuchs die Gelegenheit, den Podiumsgästen auf den politischen Zahn zu fühlen. Nicht nur einmal gab es von der Moderatorin und Redakteurin der Gmünder Tagespost, Anke Schwörer-Haag, Lob für die Fragen-, aber auch für die Antwortdisziplin. Denn nur so war es möglich, viele Themen anzureißen, Meinungen zu ergründen und das Ansinnen der jeweiligen Person rauszukitzeln.

Zum einen gab es Fragen an alle, zum anderen ?Blitzfragen?, gezielt an einzelnen Kandidaten. Diese mussten innerhalb einer Minute beantwortet werden. ?Das Recht, zu wählen, ist eines der vornehmsten Rechte eines Bürgers in der Demokratie?, hatte Peter Remmler von der Kolpingsfamilie Abtsgmünd, die Initiator dieser Podiumsdiskussion war, festgestellt. Charmant stellte er die einzelnen Kandidaten vor. Und wünschte den gut 300 Gästen in der Aula des Gymnasiums, dass sie ?gescheiter herausgehen als sie hereingekommen sind?. Zwar könnten die Neunt- und Zehntklässler an der bevorstehenden Landtagswahl noch nicht teilnehmen, sollten jedoch diese Podiumsdiskussion als ?Generalprobe für die übernächste Wahl sehen, empfahl Remmler. Der Rektor des St.-Jakobus-Gymnasiums, Holger Schulz, wünschte eine ?informative und interessante Veranstaltung? und bedankte sich bei der Kolpingsfamilie.
Eine der Fragen, die Moderatorin Anke Schwörer-Haag an alle Kandidaten richtete, drehte sich um den Stellenwert der Familie. Hier machten alle klar, dass die Familie einen besonders hohen Stellenwert genieße. ?Das klassische Bild mit Vater, Mutter, Kind hat sich geändert?, machte sich Veronika Gromann (Grüne) für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf stark. Klaus Maier (SPD) nickte: ?Die Familie muss man pflegen, sie gibt Kraft und Rückhalt.? Dr. Stefan Scheffold (CDU) sah sie als ?elementar? an und verdeutlichte, dass die Politik Rahmenbedingungen schaffen müsse, damit diese sich entwickeln kann. Dr. Julia Frank (FDP) hatte die Stärkung der Frauen im Beruf im Blick. Denn sonst landeten diese in der Altersarmut.
Flüchtlingspolitik war mehrfach im Fokus. ?Wie lässt sich erreichen, dass die, die hier sind, unsere Werte anerkennen??, wollte Anke Schwörer-Haag wissen. Klaus Maier wollte ihnen ?Schutz geben, sie aber auch integrieren?. Es gelte, Wohnungen zu schaffen. Dr. Stefan Scheffold sah die Begrenzung der Flüchtlingszahl als wichtig an. Aber betonte: ?Wer in Gefahr ist, dem muss Schutz gewährt werden.? Dr. Julia Frank gab ihm recht. Veronika Gromann stellte fest: ?Europa muss komplett zusammenstehen.? Wie alle anderen auch wollte sie Integration durch Sprachkurse, ?in denen auch unsere Werte vermittelt werden?.
?Wie kann man die Probleme in den Herkunftsländern der Flüchtlinge bewältigen??, war auch eine der Fragen an alle. ?Wir dürfen nicht auf Kosten anderer leben?, forderte Scheffold, dass Europa und die USA ?mehr teilen müssen?. Sonst gebe es noch mehr Armut und ?sonst wird es noch sehr ungemütlich?, warnte er. Frank sah die Armut in den Herkunftsländern der Flüchtlinge vom Westen mitverschuldet an. Gromann forderte: ?Keine Waffen in Krisengebiete und bei der Entwicklungshilfe auf Bildung setzen.? Klaus Maier appellierte, Schulen in diesen Ländern zu unterstützen.
Nach der Diskussion gab es Gelegenheit, Fragen zu stellen, von der rege Gebrauch gemacht wurde. Themen wie die AfD, Grundschulempfehlung oder auch Stärkung des Handwerks kamen zur Sprache. Abschließend bedankte sich Wolfgang Haas von der Kolpingsfamilie fürs rege Interesse des Nachwuchses: ?Das lässt hoffen für unsere Zukunft.?

Schülerfrage an Stefan Scheffold

Scheffold: ?Die wichtigste Voraussetzung für eine Rente ist, dass man einen sozialversicherten Arbeitsplatz hat. Allerwichtigste Voraussetzung für die Rente ist also die Einzahlung in das Rentensystem. Was bedeutet, dass es hochwertiger Arbeitsplätze und gut ausgebildeter Schülerinnen und Schüler bedarf. Bildung ist die beste Voraussetzung für eine spätere Rente.?

Schülerfrage an Veronika Gromann

Gromann: ?Durch die Aufstockung der Fördermittel für die milchproduzierenden Landwirtschaftsbetriebe. Sprich, es muss Fördermittel fürs Milchvieh geben.?

Schülerfrage an Klaus Maier

Maier: ?Wir wollen jedes Polizeirevier mit zwei zusätzlichen Personalstellen aufstocken. Wir wollen das Niveau deutlich erhöhen. Im Ausbildungsbereich haben wir bereits um 400 Stellen aufgestockt. Das Problem sind Polizistinnen, die in Mutterschutz und Erziehungsurlaub gehen. Deren Stelle kann nicht besetzt werden.?

Schülerfrage an Julia Frank

Frank: ?Die Studiengebühr muss erhalten bleiben, um die Universitäten leistungsfähig zu halten. Aber man könnte vielleicht vergünstigte Wohnangebote anbieten.?
Text: Anja Jantschik