Zum Inhalt
Kolping Logo

Kolpingsfamilie

Wiggensbach

Portrait Adolf Kolping
Schmuckelement Kurve oben Schmuckelement Kurve oben

"Altern ist keine Katastrophe"

veröffentlicht am

In Wiggensbach referierten Dr. Annette Hippeli-Kreutzer und Thomas Stöhr zum Thema ?Demenz ? der Weg ins Vergessen? und Pflegeleistungen.

In der Vortrags- und Diskussionsreihe ?Kolping thematisiert…? der Kolpingsfamilie Wiggensbach gaben Frau Dr. Annette Hippeli-Kreutzer, Stellvertretende Ärztliche Direktorin des Bezirkskrankenhauses Kempten und Vorstandsmitglied der Alzheimergesellschaft Allgäu, sowie Kolping-Vorstand Thomas Stöhr von der AOK Bayern, Informationen zum Thema Demenz und möglichen Pflegeleistungen. Frau Dr. Hippeli-Kreutzer zitierte eingangs im gut besuchten Kolpingheim das Deutsche Ärzteblatt, nachdem Altern keine Katastrophe sei und auch ?normales? Altern zwar Verluste, aber auch Gewinne mit sich bringe. Zu Beginn des eigentlichen Themas ?Demenz? räumte sie mit weit verbreiteten Vorurteilen auf. Die Demenz ist eine Krankheit, die fortschreitet und auf lange Sicht totbringend sein kann. Es treten Formen der Demenz auf, bei welchen zum Teil das Gehirn nicht selbst krank ist, sondern die typischen Symptome nur als Folge anderer körperlicher Störungen auftreten, welche an sich behandelbar sind. Bei anderen Arten der Krankheit, wie der Alzheimer-Demenz, werden konkret Gehirnzellen abgebaut. Hierfür gibt es bei festgestellter Diagnose momentan noch keine Heilungsmöglichkeiten. So kann nur der Versuch unternommen werden, den Krankheitsverlauf zu verzögern, also die geistigen Leistungsfähigkeit möglichst lange zu erhalten. Begleiterscheinungen der Demenz, wie Halluzinationen, Wahn, Depression und Aggressivität, können im Verlauf der Krankheit auftreten und diesen auch unter Umständen entscheidend beeinflussen.

Zum Abschluss ihres Vortragsteils gab Frau Dr. Hippeli-Kreutzer wichtige Tipps für Angehörige. So soll man Demenzkranke nicht überfordern, stets wertschätzen und versuchen, die Umwelt stabil und verlässlich zu erhalten. Außerdem ist es wichtig, den Tagesablauf der Demenzkranken zu strukturieren und einfühlsam zu versuchen, Erinnerungen zu wecken. Als Hilfe bietet das Bezirkskrankenhaus Kempten eine Gedächtnissprechstunde an. Zusätzlich stehen auch qualifizierte Mitarbeiter z. B. der Caritas und der Alzheimergesellschaft Allgäu zur Verfügung.

Im zweiten Teil des Informationsabends referierte Thomas Stöhr von der AOK Bayern über mögliche Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung. Im Vordergrund stehen dabei Unterstützungsmöglichkeiten im Rahmen der ?Pflegestufe unterhalb 1? für Demenzkranke mit eingeschränkter Alltagskompetenz. Dabei handelt es ich um Pflegegeld für private Pflege, die Dienstleistung durch einen Pflegedienst sowie auch eine mögliche Inanspruchnahme von Betreuungsleistungen. Darüber hinaus können seit 2013 bei Bedarf Zuschüsse für Wohnumfeldverbesserung sowie Verhinderungspflege beantragt werden. Thomas Stöhr zeigte die verschiedenen finanziellen Hilfen auf und betonte, dass diese Beträge jeweils nur als Zuschuss angesehen werden können.

Zur Prävention der Demenz empfahlen die Referenten aktive Bewegung und gesunde Lebensweise. Für pflegende Angehörige gilt es, rechtzeitig die Pflegeberatung der Pflegekasse in Anspruch zu nehmen, die über Regelungen und Zuschüsse informieren und Hilfe bei der Antragsstellung anbieten.