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Besuch der Alten Synagoge in Essen am 16.03.19

veröffentlicht am

Besuch der Alten Synagoge Essen – Haus der jüdischen Kultur

 

Am 16.03.2019 machten wir uns um 13:50 mit 39 Personen mit dem ÖPNV auf dem Weg zur Alten Synagoge Essen. Dort wurden wir freundlich von den beiden Mitarbeiterinnen empfangen, die uns auch durch das Haus führten.

Aufgrund der Anzahl wurden wir in zwei Gruppen aufgeteilt, damit jede(r) den Erläuterungen der Gruppenleiterinnen folgen konnte. Zuerst wurde das Konzept des Hauses erläutert. In der Konzeption „Der Alten Synagoge Essen – Haus der jüdischen Geschichte“ wird, soweit wie möglich, auf den Begriff Museum verzichtet. Denn es wird Wert darauf gelegt, das lebendige jüdische Leben im Ruhrgebiet darzustellen und nicht nur die Vergangenheit zu zeigen und zu konservieren.

Der Rundgang, für die zweite Gruppe, setzte sich mit einer Erklärung der Architektur des Hauses und der jüdischen Festtage fort. Wir erfuhren, dass die Synagoge im selben Jahr (1914) und in der selben Stilrichtung erbaut wurde wie die Kirche St. Maria Magdalena. Auf Farbfotos war sogar eine ähnliche Farbgestaltung erkennbar. Der Neubau war das Zentrum einer liberalen Gemeinde und dies wurde damals auch durch den Einbau einer Orgel ersichtlich. Bei den Erläuterungen zu den Festtagen wurden uns die Unterschiede zu den  christlichen Feiertagen nahegebracht. Kurzweilig waren die Erklärungen und Ausstellungsstücke zu den 613 Verboten und Geboten des jüdischen Glaubens bzw. Lebens. Insbesondere die Speisevorschriften fanden großes Interesse, da diese den größten Bezug zum alltäglichen Leben aller Besucher haben.

Im weiteren Verlauf erläuterte uns unser weiblicher Guide die Folgen der Novemberprogrome von 1938 für die Synagoge und die Gemeindemitglieder. Viele entschlossen sich daraufhin zur Auswanderung. So gut wie nichts ist von der ursprünglichen Ausstattung erhalten geblieben. Lediglich wenige Mosaiksteine konnte ein früheres Gemeindemitglied dem Haus der jüdischen Kultur übergeben. Als junges Mädchen hat sie, nach dem Brand der Synagoge, dort diese wenigen Mosaikstücke aufgelesen. Das Mädchen überlebte die Shoah und das Konzentrationslager und konnte nach Australien auswandern. Die Steine haben dieses Schicksal mit überstanden und kamen in den 1990er zurück nach Essen.

Den Abschluss bildeten die Erläuterungen zum Toraschrein und den Tora-Schriftrollen. Es wurde deutlich, dass die Tora und deren Auslegung eine zentrale Rolle im Judentum spielt.

Nach dem Synagogenbesuch fuhren wir gemeinsam zurück nach Höntrop. Mit dreißig Personen kehrten wir im Kolpinghaus ein und ließen den Tag zusammen ausklingen.

Treu Kolping

Matthias

 

Ansprechperson

Hans-Josef Winkler

winkler@kolping-wattenscheid.de

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