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Das Kloster Beuerberg - neu herausgeputzt

veröffentlicht am

Die Führung durch das Kloster Beuerberg – vor Kurzem in aufwändiger Weise im Stile des 19. Jahrhunderts mit Mitteln der Erzdiözese München und Freising restauriert – ermöglicht einen sehenswerten Einblick in die Geschichte des ehemals geistlichen Ortes, in seine Räumlichkeiten und in den Alltag der Salesianerinnen. In der Gaststube im Refektorium kann der Besucher den kulinarischen Genuss mit dem spirituellen Ambiente verbinden.
Als wechselvoll und „äußerst spannend“ – so die interesseweckende Ankündigung unserer Führerin Anja Brandstäter zu Beginn unserer Führung – erweist sich zu Recht die fast 900-jährige Geschichte des Klosters Beuerberg.
Tatsächlich hatte die Kunsthistorikerin beim Gang durch die liebevoll restaurierten, ehrwürdigen Räume der ehemaligen Klausur der Schwestern vom Orden der Salesianerinnen viel Wissenswertes über die Einrichtung zu bieten.
Wer hätte nämlich gewusst, dass das Kloster im 12. Jahrhundert als Stiftung der Grafen v. Iringsburg aus Eurasburg entstanden war? Da ihr Ehemann damals im Kirchenbann gestorben war, wollten sich seine Ehefrau und seine Kinder durch die großzügige Schenkung von Ländereien an die damaligen Augustiner-Chorherren, ganz im Geiste des Mittelalters, für den armen Sünder und sich den Eingang in den Himmel verdienen.
Einen katastrophalen Bruch in der Geschichte des Klosters bedeutete die Säkularisation im Jahre 1803: Der Staat enteignete die Chorherren, die das Haus unverzüglich verlassen mussten. Die Anlage wurde an Privatleute verkauft, während sich der Staat das Kirchengebäude vorbehielt.
1848 zogen Salesianer-Nonnen in Beuerberg ein. Diese hatten den Komplex gekauft, da ihr Kloster in Dietramszell damals aus allen Nähten platzte. Die Schwestern unterhielten eine Schule für Mädchen – eine ihrer Haupteinnahmequellen. In ihr diente Französisch als Unterrichtssprache; stammten doch die Ordensgründer Franz v. Sales und Johanna Franziska v. Chantal aus Annecy.
Der Weg durch die weitläufigen, hohen Gänge mit den Vitrinen, die Alltagsgegenstände oder Handwerksarbeiten der Nonnen zeigen, mit Gemälden und Heiligendarstellungen, und auch das Knarzen der Stufen der breiten Holztreppe versetzen den Besucher in eine weit zurückliegende Zeit.
Diese Atmosphäre verstärkte sich bei der Besichtigung der Räume der ehemaligen Klausur: die für damalige Verhältnisse gut ausgestattete Klosterapotheke, in der eine ausgebildete Schwester auch an die Dorfbewohner Heilmittel ausgab. Einer der wenigen Männer, die regelmäßig ins Haus kamen, der Arzt, hatte sein eigenes Behandlungszimmer. Die Regale der Bibliothek im ersten Stock sind immer noch mit Folianten und Büchern aus längst vergangenen Jahrhunderten bestückt. Diese können nun von den Hotelgästen der „Kloster Beuerberg Tagungs- und Beherbergungs-GmbH & Co. KG“ in ruhiger Atmosphäre studiert werden. Die an den Wänden angebrachten Weisheiten von Franz v. Sales, z.B. „Die Liebe zerstört nicht, sie vollendet alles“, laden zum Nachdenken ein und fügen sich zu den Aufschriften an den Türstöcken der Klosterzellen. Dort ist immer noch der Name einer oder eines Heiligen und einer Tugend zu lesen. Es war also Aufgabe der jeweiligen Bewohnerin, sich beim Eintreten an „ihre“ Tugend zu erinnern und sich mit auseinanderzusetzen. Dazu mussten die Salesianer-Schwestern einmal im Jahr ihre Zellen tauschen. Die so geübte Mobilität erleichterte den Schwestern wohl auch ihren Abschied aus dem Kloster Im Jahre 2013, wie Frau Brandstätter betonte.
Das Gäste-Refektorium wird nun der Öffentlichkeit als Ort für private Feiern angeboten, der prächtige, helle Festsaal für zivile Trauungen genutzt.
Neben dem Hotel-, Gaststätten- und Tagungsbetrieb soll bald der Klosterladen und die Bäckerei eröffnet werden und als letztes Projekt wird eine kleine Brauerei das sehenswerte Ensemble abschließen.