Geschichte

Geschichte des Kolpinghauses

Geschichte des Kolpinghauses (Auszug)
Auszug aus dem Bautagebuch
Geschichte des Hauses nach der Fertigstellung
Geschichte des Hauses ab 1990
Pächter ab 1989

Geschichte des Kolpinghauses (Auszug)

Die Kolpingsfamilie besitzt ein eigenes Haus am Pfarrbrückenweg. Schon lange vor der Erbauung durch Präses Schächtl war der Wunsch nach einem eigenen Haus lebendig. Am 28.3.1926 schrieb der Chronist: “Die bisherigen Bestrebungen zur Erlangung eines Vereinshauses blieben leider ohne Erfolg. Doch wir werden weiterarbeiten – Rom ist auch nicht an einem Tag erbaut worden”.
Der Katholische Gesellenverein war zwar in der Brauerei Haslbeck bestens untergebracht, und der Chronist ist beim Tod des Herbergsvaters 1928 voll des Lobes und des Dankes, aber man glaubte, “daß nur auf dem Boden eines eigenen Hauses das katholische Leben in den katholischen Vereinen blühen, wachsen und gedeihen, sich entwickeln und erstarken könne”.
Endlich, am 23.5.1927 konnte mit dem Bau begonnen werden. In einem eigenen Bautagebuch ist das Geschehen eines jeden Tages vermerkt. Mit dem eigenen Haus konnte der Gesellenverein nun den durchreisenden Gesellen Verpflegung und Unterkunft bieten. Auf der Generalversammlung im März 1928 wird von 70 Übernachtungen durchreisender Gesellen berichtet.
Die Finanzierung des Hauses mußte aus einer vierfachen Quelle gespeist werden: Den Grundstock bildete ein staatliches Wohnungsbaudarlehen. Dazu kam die Leistung von seiten der Landesversicherungsanstatt in Landshut. Auch der Zentralverband in Köln gab sein Schärflein, aber auch nur in Form eines Darlehens, den Rest mußte der Verein mit Hilfe von Spenden selbst aufbringen. Bei den Sucharbeiten im Archiv kam ein Dokument zum Vorschein, das seinesgleichen in Vilsbiburg nicht mehr vorhanden sein dürfte: Es trägt die persönliche Unterschrift des damaligen Nuntius für Deutschland und späteren Papstes Pius XII., Eugen Pacelli. Auch er gab 50 Mark.
Wegen des staatlichen Wohnungsbaudarlehens war der Bauherr nicht mehr frei in der Gestaltung der Pläne. Die Regierung legte vor allem Wert auf den Bau von Wohnungen, wobei der Präses auf seinen Zweck, auf die Vereinssäle, schauen mußte. Beide Zwecke mußten entsprechend verbunden werden.

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Auszug aus dem Bautagebuch

23. Mai 1927
Beginn des Baues, Humusaushebung und Erdaushub.
22. Juni 1927
Die Arbeiten schreiten gut voran, die Kellerdecke und die Fußböden werden betoniert.
27. Juni 1927
Im Rahmen der Bauarbeiten mußte ein Todesopfer beklagt werden. Es handelte sich um den Söldners- und Zimmererssohn Lorenz Huber von Onichreit bei Lichtenhaag.

2. Juli 1927
Beginn mit der ersten Balkenreihe über der Erde.
9. Juli 1927
Abends findet bei Bachmeier im Haslbeckkeller das Firstbier statt. Jedem der 46 Arbeiter und 4 Bauausschußmitglieder werden gegeben:
– ein großes Stück Schweinebraten mit gem. Salat,
– vier Stück Brot
– zwei Liter Bier
– zwei Zigarren.
Auch der Baumeister zahlt jedem noch einen Liter Bier.

14. Juli 1927
Die Giebelmauern werden erstellt.
18. bis 20. Juli 1927
Das Ausmauern der Giebel geht weiter, die Kamine werden erstellt. Aufsetzung der Dachwohnungen, der Speicherfenster, Kaminblechaufnagelung, Einlattung des Daches usw.
22. Juli 1927
Die Verlattung des Daches wird fertig gestellt, die Dachwohnungen werden fertig ausgemauert.
25. Juli 1927
Mit dem Eindecken des Daches wird begonnen. Nebenbei werden noch Mauern ausgebaut und Böden gelegt. Auch mit dem Verputz wird begonnen. Auf dem Dach wird der Blitzableiter installiert.

13. August 1927
Die Verputzarbeiten werden beendet. Das Gerüst wird abgebaut.
17. August 1927
Die elektrischen Leitungen werden verlegt. Im Dachgeschoß werden die Wände verputzt.
30. August 1927
Die Installationsarbeiten für das Wasser werden in Angriff genommen.
31. August 1927
In der abendlichen Bauausschußsitzung wird über die Vergabe der Wirtschaft gesprochen, da sich Herr Kuffer, bisheriger Lindenwirt, zur Übernahme bereit erklärte. Der Vertrag wird später unterzeichnet.
1. Oktober 1927
Die Wirtschaft des Kath. Vereinshauses wird von Seb. Kuffer, früherer Lindenwirt, übernommen.
16. Oktober 1927
Abends 8 Uhr Eröffnungsfeier der Gastwirtschaft. Die Räume des Hauses waren überfüllt. Präses Schächtl hielt die Festrede.

13. November 1927
An diesem Tage erfolgt die kirchliche Einweihung des Kath. Vereinshauses durch den Pfarrherrn Dr. Anton Götz. Anwesend waren neben vielen Ehrengästen die kath. Gesellenvereine Landshut, Mainburg, Velden, Geisenhausen und Frontenhausen.

Das Äußere des Vereinshauses hatte Herr Rohrmeier mit Kränzen und Girlanden aus Tannengrün schön geschmückt.

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Geschichte des Hauses nach der Fertigstellung

1937 – 1949
Durch den Nationalsozialismus im Jahre 1933 wurde die Vereinstätigkeit erst verboten (März bis November), danach stark eingeschränkt. Durch die damit verbundenen finanziellen Verluste konnte das Haus nicht mehr gehalten werden. Am 4. Dezember 1937 wurde das Haus an die Kreishandwerkerschaft verkauft.
Nach Kriegsende begannen die Bemühungen zur Wiedererlangung des Hauses. Vor allem war es Prälat Dr. Anton Götz, welcher die ersten Schritte unternahm. Nach zähen, schwierigen und manchmal entmutigenden Verhandlungen wurde das Haus dann am 13. Mai 1949 wieder dem Verein übertragen und somit die Kolpingsfamilie Vilsbiburg wieder als Besitzer im Grundbuch eingetragen.
1949
Im Herbst wurde die baufällige Kegelbahn abgebrochen.
1953
Eine Grundabtretung an die Kreishandwerkerschaft erfolgte am 3. Juli 1953.
1954
Im Sommer wurde der Kulissenschuppen errichtet.
1961
Pächterwechsel: Die Familie Nitzl übernahm am 1 .Juli von der Familie Reichl die Gastwirtschaft. Am 1. Oktober erfolgte der Brauereiwechsel.
1964
Am 1. Juni wurde die unentgeltliche Grundabtretung für den Gehweg beschlossen. Die Stadt übernimmt dafür die Herstellung des Gehweges.
1965
Am 22. November begann der Saalausbau in eigener Regie. Der alte Boden und die Wandverkleidung wurden entfernt.
1967
Nach dem 75 jährigen Gründungsfest begann man mit der Außenrenovierung. Der schlechte Putz wurde abgeschlagen und erneuert.
Die Dachgauben wurden mit Blech verkleidet und das ganze Haus bekam einen neuen Anstrich.
1970
Im August wurden die Kamine bis zum Speicherboden abgetragen und wieder neu aufgemauert.
1974 – 1979
Eine Warmwasserheizung wurde in die Gasträume, der Pächterwohnung und in das Sitzungszimmer im 1. Stock eingebaut. Der Saal erhielt eine Warmluftheizung.
Pächterwechsel: Familie Eberl übernahm von Familie Nitzl die Gaststätte.
Der Eingangsbereich und die Toilettenanlagen wurden neu gestaltet.
1982
Am 20. Juli beginnen die Straßenbauarbeiten am Kolpinghaus, für die erhebliche Grundabtretungen erforderlich waren.
Pächterwechsel: Martin Bremm übernimmt ab Mai den Gaststättenbetrieb
1985
Im Saal wird eine neue Beleuchtung installiert.
1986
Zwei Wohnungen werden renoviert. Im Hof des Kolpinghauses werden 3 Kastanienbäume gepflanzt.
1987
Pächterwechsel: Ab Mai übernimmt Frank Petschke die Gaststätte.
Am 3. September beginnen die umfangreichen Außenreparaturarbeiten mit neuem Anstrich des Kolpinghauses. Am 28. November werden die Arbeiten beendet.
1989
Pächterwechsel: Reinhold Mörs führt ab Juli die Gaststätte.

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Geschichte des Hauses ab 1990

1990
Verlegung der Parkplatzeinfahrt und Neugestaltung Biergarten

1995
Einfahrt gepflastert und Kellerabgang erneuert

1996
Kunststoffenster wurden eingebaut
Pächterwechsel Brauerei: Brauerei Erharting -> Aktienbrauerei Vilsbiburg
Renovierung des Gast- und Nebenzimmers.
Eine neue Schänke wird installiert.

1997
Renovierung Gang und Toiletten

1999
Die Küche wurde von Grund auf neu gestaltet.

2001
Wechsel der Brauerei: Aktienbrauerei Vilsbiburg -> Graf Arco
Neue Saaltür

2002
neue Vorhänge im Saal
Heizungsumstellung Gas (Gaststätte)

2003
Umstellung Küche auf Erdgas
1 Garagentor erneuert
Türe Gastzimmer/Saal erneuert
Trennwand Saal eingebaut

2004
Neue Garagentore
Neue Verstärkeranlage

2005
Einbau Gasthermen in die Mietwohnungen 1. und 2. Stock, Einzelofenheizung und zentrale Ölversorgung entfernt
Installation Beleuchtung Parkplatz

2006
Boden Gast-/Nebenzimmer abgeschliffen
Speicher aufgeräumt und gereinigt
Renovierung Pächterwohnung
Renovierung Eingangstüre
Abbruch Heizungskamin, Kamin veblecht
Renovierung Außenaufgang
Saalboden abgeschliffen
Kellerräume aufgeräumt, Müll entsorgt
Öltanks entsorgt
Parkplatz neu aufgekiest
Kellerräume renoviert (ehem. Tankräume), mit neuer Elektroinstallation, zusätzliche Tür eingebaut, Boden versiegelt

2007
defekte Vertäfelung an der Saalrückseite verblecht

2008
Überdachung der Veranda erneuert
Renovierung Saal:
neue Fenster, zusätzliche Heizkörper, Teile der Elektroinstallation erneuert,
neue Verstärkeranlage, neue Lampen

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Pächter seit 1989 

1989  April 2003  Reinhold Mörs
April 2003 Dez 2005 Monika Mesko
Jan 2006 Sept. 2006 Reinhard und Daniela Steininger
 Okt 2006 April 2007 Ingeborg Walter
01. Mai 2007   Davinder Singh

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Ansprechperson

Andreas Finkenzeller

andreas.finkenzeller@t-online.de

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