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Geschichte

Die Geschichte unserer

Kolpingsfamilie

75 Jahre Kolpingsfamilie Reken

Aus Anlass des 75 jährigen Bestehens der Rekener Kolpingsfamilie haben wir hier Gelegenheit auf Werden und Wirken unserer Gemeinschaft zurückzublicken.Die Ideale des Gesellenvater Adolph Kolping hatten die

Meister und Gesellen der Josefs-Gesellschaft, die aus den Schulen des Gesellenvereins gewachsen waren, mit in die Gemeinde gebracht, als sie 1924 in Maria Veen vom Verein der Arbeiterkolonien den

Benediktus- und Bernardushof übernahmen und eine Ausbildungswerkstatt für Körper und mehrfachbehinderte Menschen einrichteten.Am 11. Oktober 1927 hat der Leiter des Benediktushofes

Maria Veen, Direktor Johannes Viegener an die Zentrale des Gesellenvereins in Köln geschrieben und um die Gründung eines solchen Vereins in Reken gebeten. Gut vier Wochen später fand die

Gründungsversammlung statt. Es wurde der „Katholische Gesellenverein Maria Veen“ aus der Taufe gehoben. Bereits im November 1927 wurden von der Kolpingzentrale in Köln die ersten Beitragsmarken

geliefert. Am 16.1.1928 kam die bischöfliche Genehmigung der Statuten, die Aufnahme des neuen Vereins in den Verband der Gesellenvereine des Bistums Münster und die Ernennung des

Herrn Viegener zum Vereinspräses. Der Verein führte nur zu Beginn bezogen auf seinen Gründungsort diesen Namen. Die Neugründung beschränkte sich nicht auf Maria Veen, sondern auch

Gesellen aus Groß Reken, Klein Reken, Bahnhof Reken und Hülsten traten dem Verein bei. Der am 28. Januar 1928 endgültig gewählte Vorstand bestand aus dem Präses ..

Johannes Viegener, Leiter des Benediktushofes Maria Veen, Kaplan Gleis aus Groß Reken als Vizepräses, Korbmacher Hermann Blumenberg aus Maria Veen als Senior,

Schlosser Johannes Witthaub aus Maria Veen als Schriftführer sowie den Beisitzern Theodor Holthausen aus Groß Reken, Josef Buckstegge aus Reken Bahnhof und Anton Bertenhof aus Klein Reken, alles gestandene

Personen aus dem Schreinerhandwerk. Auf Grund der Mitgliederentwicklung und ihrer Zugehörigkeit zu den Orten, wurde der Name bereits 1928 geändert. In einem Brief des damaligen

Diözesanpräses Dr. Veen vom 25. 7 .1928 heißt es:

„gleichzeitig möchte ich Ihnen mitteilen, dass wir den Gesellenverein nach dem Pfarrverbande „Katholischer Gesellenverein Reken“ umbenannt haben. Das Interesse an dem Verein war groß.

Schon 1928 zählte er 76 aktive Mitglieder. Die Feier des ersten Stiftungsfestes fand am 23. September 1928 statt. Das heute älteste Relikt des Verein, die Fahne, wurde anlässlich dieses Festes durch

Diözesanpäses Dr. Veen geweiht. Das sie erhalten blieb, hat die Kolpingsfamilie dem Vereinswirt Josef Niewerth zu verdanken. Er hatte sie 1936, als die Nazis den Verein verboten

hatten, versteckt und 1945 unter den Trümmern des zerbombten Hauses wieder hervorgeholt. Nach der anfänglichen Euphorie war die Mitgliederentwicklung in den folgenden Jahren wieder rück-

. läufig.Ein „Protokoll von 1934 spricht von 43 aktiven Mitgliedern. Die regelmäßig stattfindenden Versammlungen waren aber Belegen zufolge immer von etwa 30 Mitgliedern

besucht, so dass doch von einem regen Vereinsleben gesprochen werden kann. Das erste Vereinslokal war die Gaststätte Lütkebohmert in Maria Veen. Dann tagte man

abwechselnd hier und in der Gaststätte Josef Niewerth in Groß Reken. Später wurde das Vereinslokal endgültig und ausschließlich in die Gaststätte Josef Niewerth verlegt,

entsprechend der Tatsache, dass sich das Gewicht des Vereins ganz nach Gross Reken verlagert hatte. Wegen der Mitglieder von Reken Bahnhof und Klein Reken fanden

gelegentlich auch Versammlungen in der Gaststätte Lindfeld in Reken Bahnhof statt.

Das Jahr der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten 1933 brachte für die Vereine in Deutschland also auch für den Gesellenverein Reken tiefgreifende Veränderungen.

Dem Führerprinzip gemäß mussten die Vorstandsmitglieder ernannt werden. Nicht systemtreue Mitglieder mussten den Verein verlassen. So heißt es im Protokoll einer

Versammlung vom 26.10.1933:“Der Vizepräses musste wegen seinem Verhalten gegenüber der NSDAP aus dem Verein ausscheiden. Nähere Informationen über die

Entwicklung unsere Kolpingsfamilie in jenen Jahren sind aus Unterlagen nicht zu erhalten. Ab dem Jahre 1936 ruhte in unserer Kolpingsfamilie das Leben fast ganz. .

Versammlungen und Neuaufnahmen fanden nicht mehr statt. Die Beziehung zum Diözesanpräsidium in Münster und zum Generalsekretariat in Köln wurden gelöst. Doch

ganz erlosch das Vereinsleben nicht. Bei Seelenämtern für die gefallenen Mitglieder, bei Prozessionen und ähnlichen Gelegenheiten waren Vertreter des Gesellenvereins zugegen.

Nach Beendigung des zweiten Weltkrieges und dem Zerfall des dritten Reiches, als die Vereine Ihre Arbeit wieder aufnehmen konnten, wandten sich die Groß

Rekener Gesellen an die Pfarrgeistlichkeit, die Kolpingsfamilie wieder ins Dasein zu rufen. So fand am 19.3.1946, dem Fest des heiligen Josef, die

Wiederbegründung statt. Herr Kaplan Böckmann, vom Bischof zum Präses ernannt, übernahm die Führung der Gesellen. Im August erhielt die Kolpingsfamilie nach dem

Weggang des bisherigen einen neuen Präses in der Person von Kaplan Bernhard Autering. Am 8. Oktober 1946 fand die erste Vorstandssitzung unter dem neuen Präses

statt. Die erste Jahreshauptversammlung war am 16. Oktober, die Kolpinggedenkfeier am 8..Dezember. So hatte man schon im ersten Jahr wieder einen regelmäßigen

Ablauf gefunden. Das Vereinsleben war wieder aufgenommen und man versuchte durch regelmäßige wöchentliche Versammlungen die durch Führen einer Anwesenheitsliste

kontrolliert wurde, die Zusammengehörigkeit zu festigen. Die Regeln nach dem Neubeginn waren streng. Bei den alten Mitgliedern besonders in Erinnerung geblieben ist die

Probezeit von Neuzugängen. In dieser Zeit, die etwa 6 Monate dauerte, musste jede Versammlung besucht werden. Ein Versäumen bedurfte einer Begründung.

Dreimaliges Fehlen gefährdete die Aufnahme und man musste seine Einstellung zur Kolpingsfamilie erklären. In den ersten Jahren nach dem Krieg wurden die Ideen von

Adolf Kolping direkt und sichtbar in die Tat umgesetzt. Mitglieder der Kolpingsfamilie leisteten in ihrer Freizeit bedürftigen Bürger der Gemeinde Wiederaufbauhilfe an

ihren durch den Krieg beschädigten.Wohnungen, wodurch das Ansehen der Kolpingbewegung in der Gemeinde deutlich hervorgehoben wurde. Ihre Aus- und Weiterbildung

nahmen die Gesellen nach der Wiederbegründung in die eigenen Hände. Es wurden Vorbereitungskurse für die Meisterprüfung ebenso organisiert wie auch Angebote die

die im Krieg versäumte Schulausbildung nachholten. Die Kurse und Vorträge waren immer gut besucht. Nach einigen Jahren, als das staatliche Ausbildungswesen wieder

genügend Angebote bereit hielt, nahm das Interesse jedoch ab. Die Weiterbildung in kirchlichen und weltlichen Fragen sah die Kolpingsfamilie St. Heinrich aber immer als

Aufgabe an. Jedes Jahr wurde unter ein Thema gestellt an dem sich dann die Vorträge Veranstaltungen und Seminare orientierten. Aber auch die Geselligkeit stand hoch im Kurs.

Im Jahre 1949 veranstaltete die Gruppe Kolping erstmals eine Karnevalsfeier. Büttenredner aus den eigenen Reihen sorgten für die Stimmung. Die Begeisterung unter den

Mitgliedern war groß und nach dem gelungen Einstieg war für alle klar, dass das fortgesetzt werden-sollte. So wurde diese Veranstaltung bis in die achtziger Jahre alljährlich zur

Karnevalszeit neu aufgelegt. Ab 1951 stand auch für einige Zeit Theaterspielen auf dem Programm. 1952 dann gab es Anlass zu einem ersten großen Jubelfest. 25 Jahre nach‘

dem Direktor Viegener den Grundstein für denKatholischen Gesellenverein Reken gelegt hatte, sollte gefeiert werden,