Rückblick zur Jahreshauptversammlung

“Jahreshauptversammlung der Kolpingsfamilie beendet zwei Ären im Vorstand: Präses Elmar Jung nach 25 Jahren und Vorsitzender Markus Wehner nach 35 Jahren!“

Lang hatte es in diesem Jahr bereits gedauert und dann war es bis kurz davor immer noch zweifelhaft, ob man sie aufgrund der aktuellen Lage überhaupt durchführen könne. Wie viele andere Veranstaltungen stand auch die diesjährige Jahreshauptversammlung der Kolpingsfamilie Ober-Roden im großen Saal des Forums St. Nazarius am vergangenen Wochenende ganz unter dem Eindruck der fortschreitenden Pandemie.

Schon in der Begrüßung durch den „Noch-Vorsitzenden“ skizierte Markus Wehner die Durchführung der Jahreshauptversammlung als beispielhaft für zwei besondere Jahre – ganz im Zeichen der Pandemie. Besonders begrüßte er dabei Pfarrer Klaus Gaebler als neuen „Chef“ – nun auch für St. Nazarius als Heimat-Pfarrei für die Kolpingsfamilie – und Bürgermeister Jörg Rotter, der allerdings aufgrund der aktuellen Entwicklung nur zeitweilig anwesend sein konnte. Entstandene und entstehende Veränderungen durch Corona waren auch Thema im Lebendigem Evangelium durch „Noch-Präses“ Pfarrer Elmar Jung, der auch zum Totengedenken an die verstorbenen Mitglieder überleitete. Neben Sigrun Gotta, Karl Spieß und Adam Müller hatte die Kolpingsfamilie mit Michael Hau völlig überraschend ja leider dabei auch ein aktives Vorstandsmitglied verloren. Zum Glück „stirbt die Kolpingsfamilie aber nicht aus“, wie Wehner betonte, denn der Kolpingsfamilie gelingt es seit vielen Jahren durch ein attraktives Angebot immer wieder auch neue Menschen für die Mitgliedschaft zu begeistern. Durch die Reaktivierung des Vater-Kind-Zeltens in 2021 kamen so Katharina und Tobias Eid hinzu. Einen Schwerpunkt bildete dann der Lichtbilder-Vortrag von Markus Wehner zum Rückblick auf die Veranstaltungen der Kolpingsfamilie in den vergangenen zwei Jahren – war doch die letzte Jahreshauptversammlung noch kurz vor der Pandemie Anfang Februar 2020 gewesen. Diese spannende und herausfordernde Zeit brachte viele Veränderungen mit sich. Große Feste wie die Kolping-Kerb am Kerbmontag im Dinjer-Hof oder auch der Familientag auf dem Waldfestplatz im Schillerwald durften zwei Mal nicht stattfinden und „brannten“ so auch ein deutliches „Loch“ in die Vereinskasse, wie es Schatzmeisterin Tanja Seybold im anschließenden Kassenbericht ebenfalls aufzeichnete. Dafür verhalf die Kreativität der Vorstandsmitglieder zu neuen Veranstaltungsformen und auch einem ungeahnten finanziellen Erlös, was man besonders am erstmaligen „mobilen Fastenessen“ im März diesen Jahres sehen konnte. Konnte man doch die Anzahl der verkauften Essen für den guten Zweck von 130 auf rund 270 steigern. So konnte sich am Ende die Fraternität Rödermark – eine örtliche Einrichtung zum Miteinander von Behinderten und Nichtbehinderten“ – über die tolle Spende von 500€ durch die Kolpingsfamilie freuen! Weitere herausragende Veranstaltungen in der Pandemie-Zeit waren beispielsweise die beiden erfolgreichen Straßen-Kleidersammlungen mit zusammen rund 12 Tonnen gesammelter Kleidung, die außergewöhnliche Schuh-Sammelaktion zum Jahresende 2020 mit über 605kg! Schuhen, die an das Kolpingwerk Deutschland verschickt wurden und natürlich auch das diesjährige Zeltlager der Kolpingjugend im Westerwald, für deren Durchführung – unter schwierigsten Bedingungen – der Vorsitzende den beiden anwesenden Leitern Ida Schosser und Niklas Metz ausdrücklich dankte. Zusammen mit der erfolgreichen Wiederaufnahme des Vater-Kind-Zeltens bilden diese beiden Veranstaltungen in seinen Augen die Basis und Perspektive der Kolpingsfamilie zur Gewinnung von Jugendlichen und jungen Familien.

Mit der Ehrung von gleich 12 Jubilaren in diesem Jahr folgte ein weiterer Höhepunkt der Versammlung. Ganze 8 Mitglieder wurden für ihre 25jährige Mitgliedschaft mit Urkunde und der silbernen Mitgliedernadel geehrt: Tanja Schosser, Stefan Finke, Thorsten Berghäuser, Armin Jäger, Stefan Schlusen, Michael Surma, Michael Lingk und Sophie Beck, von denen leider nicht alle dabei sein konnten. Schon 40 Jahre Mitgliedschaft standen für Simone Maaz und Norbert Hitzel an – da auch sie leider nicht teilnehmen konnten, bekommen sie von der stellvertretenden Vorsitzenden Manuela Murmann noch einen Präsentkorb mit der Urkunde nach Hause überbracht. Erfreulicherweise konnte ein großer Präsentkorb mit der Urkunde an Willi Schott und Walter Tuscher für bemerkenswerte 65 Jahre Mitgliedschaft persönlich übergeben werden.

Es folgte die Ehrung des scheidenden Vorsitzenden an besonders engagierte Mitstreiter/innen in der Kolpingsfamilie. In diesem Jahr wurden mit seinem Dank und einem besonderen Geschenk Jürgen Schott, Uschi Müller und Sandra Jäger ausgezeichnet. Bei Sandra Jäger darf nicht unerwähnt bleiben, dass sie in 2020 auch Klaus Büttner als Vorsitzende des Bezirks Dieburg ablöste und sogar in den Diözesanvorstand gewählt wurde, wo sie die Kolpingsfamilie somit auch überregional repräsentiert!

So kam man dann abschließend zum freudigen als auch traurigen Höhepunkt mit der Verabschiedung zweier langjähriger „Stützpfeiler und Impulsgeber“ im Vorstand der Kolpingsfamilie. Als „vorletztem Akt“ seiner Amtsführung ließ Markus Wehner mit einem Bilder-Rückblick die letzten 25 Jahre als Präses der Kolpingsfamilie von Pfarrer Elmar Jung ablaufen und dankte ihm am Ende für diese unvergesslichen gemeinsamen Jahre mit einer Bild-Collage und einem Scheck der Kolpingsfamilie über 100€ für sein „Kind“ Hand in Hand e.V.

Nicht mehr überraschend für die anwesenden Mitglieder war dann als Schlußpunkt sein Rücktritt als Vorsitzender nach 35 Jahren in unterschiedlichen Führungspositionen im Vorstand der Kolpingsfamilie u.a. als Leiter der Kolpingjugend, Schatzmeister, stellv. Vorsitzender und Vorsitzender – hatte er diesen mit einer persönlichen schriftlichen Erklärung ja bereits vor geraumer Zeit angekündigt. Sein „letzter Akt“ war dann die symbolische Übergabe der „Macht“ an seine Stellvertreterin Manuela Murmann mit der Übergabe der Hausschlüssel für das Forum St. Nazarius (Bild). Sie wird nun die „Geschicke der Kolpingsfamilie“ bis zur nächsten Jahreshauptversammlung mit Neuwahlen – wahrscheinlich im kommenden Frühjahr – leiten und dankte ihm abschließend für sein langjähriges beeindruckendes Engagement zur erfolgreichen Gestaltung der Arbeit der Kolpingsfamilie mit einem Präsentkorb und einem persönlichen Bild seiner Kolping-Tätigkeit – gemalt von Daniela Schrod.

Nach diesen emotionalen Ereignissen bildete der Gottesdienst in der Pfarrkirche von St. Nazarius – letztmalig gehalten von Pfarrer Elmar Jung & Pfarrer Klaus Gaebler – und auch unter dem Motto der 30jährigen Seligsprechung von Adolph Kolping den letzten gemeinsamen Tagesordnungspunkt einer außergewöhnlichen Jahreshauptversammlung.