Demokratie ist sicherlich besser als eine Diktatur, kann aber auch anstrengend sein. Vielleicht sogar eine „Zumutung“?
Mit dieser Frage beschäftigte sich der Politologe Guido Hitze, Leiter der Landeszentrale für politische Bildung, bei seinem Vortrag im Pfarrhein am 12. Februar 2025.
Was für die zahlreich erschienenen Zuhörerinnen und Zuhörer vielleicht neu war: Das Land NRW hat bereits zweimal das Institut mit der Erstellung eines so genannten „Demokratieberichtes“ beauftragt. Er soll die „politische und demokratische Lebenswelten der nordrhein-westfälischen Bevölkerung“ beleuchten: Wie blickt die Bevölkerung in Nordrhein-Westfalen auf das Land, die Chancen und Herausforderungen und die eigene Rolle in Gesellschaft, Demokratie und Politik? 2023 Grundlagedafür insgesamt 3149 Menschen ab 14 Jahren befragt.
Der komplette Bericht kann hier nachgelesen werden.
Einige wichtige Erkenntnisse:
Viele Menschen in NRW interessieren sich für Politik im Allgemeinen für Politik und auch für konkrete politische Themen. Vor allem aber ist die große Mehrheit von der Demokratie, die als politisches System am besten zu unserer Gesellschaft passt, überzeugt. Auch erfahren grundlegende Demokratische Werte und Prinzipien wie Meinungs- und Pressefreiheit, Rechtsstattlichkeit, Kompromiss bei politischen Entscheidungen, Wahlen, Respekt von Andersdenkenden und Chancengleichheit sehr hohe Zustimmung. Dies zeigt, dass Diversität und Vielfalt wie in unserer nordrhein-westfälischen Gesellschaft mit gemeinsamen demokratischen Werten einhergehen können. Mehr noch wird deutlich, dass gerade die auch ein grundlegendes und starkes verbindendes Element sein können.
Gleichzeitig muss allerdings festgestellt werden, dass ein nicht unerheblicher Anteil der Bürgerinnen und Bürger die Demokratie nicht in vollem Umfang unterstützt. Diese Ergebnisse legen nahe, dass das Vertrauen in die politischen Prozesse und das politische Personal gestärkt werden muss, um die Teilhabe an Gesellschaft und die Wahlbeteiligung zu erhöhen sowie die Legitimation demokratischer Wahlentscheidungen zu erhalten und zu stärken. Die politische Bildung muss dabei digitaler, aufsuchender und attraktiver für junge Menschen werden. Angesichts des Mediennutzungsverhaltens der Menschen muss sie zudem ihr Angebot auch in die digitalen Räume verlegen oder zumindest dort präsentieren. Gleichzeitig wird deutlich, dass der Erwerb digitaler Medienkompetenz zentral zur politischen Bildung gehört.
Bericht: A. Kaemmerer
Foto: Monika Scholz