Über Uns

Geschichte der Kolpingsfamilie Neunburg

100 Jahre aktiv für Familie, Beruf, Gesellschaft und Kirche 

von Otto Reimer

Am 13. Oktober 2012 kann die Kolpingsfamilie Neunburg auf ihr 100-jähriges Bestehen zurückblicken. Grund genug, dies in würdigem Rahmen vom 21. bis 23. September zu feiern, u.a. in Neunburgs neuer Schwarzachtalhalle. Gleichzeitig wird der 1.Vorsitzende Norbert Keil die 35 Jahre andauernde freundschaftliche Verbundenheit mit der Kolpingfamilie Sterzing/Südtirol, die mit einer Abordnung anreist, würdigen. Zahlreiche Vertreter und Vertreterinnen der Stadt, der Pfarrgemeinde und anderer Verbände feiern mit: symbolischer Ausdruck dafür, dass die Kolpingsfamilie fest in der Pfarrei St. Josef und der Stadt Neunburg verwurzelt ist und einen erheblichen Anteil zum Gelingen von Gemeindeleben beiträgt. Ein Großteil der Jugendarbeit läuft heute unter dem „Firmenschild“ Kolping.

Blicken wir in der geforderten Kürze auf diese 100 Jahre Gesellenverein/Kolping zurück. Nach mündlichen Überlieferungen bestand schon am 1.Juni 1880 ein Gesellenverein in Neunburg, der sich aber wegen einer Rauferei bald wieder auflöste. Gegründet worden sein soll er von Kooperator Franz Graf von Walderdorff, der nach anderen Unterlagen aber erst 1893 in Neunburg wirkte.

Die Vorgeschichte der heutigen Kolpingfamilie reicht bis 1909 zurück, auf den in diesem Jahre gegründeten Burschenverein, der nach einer kurzen Blütezeit dahinsiechte, so dass am 29.09.1912 in einer seiner Sitzungen Stadtpfarrer Ziegler und Kooperator Schaller anregten, diesen Burschenverein in einen Gesellenverein umzuwandeln. Auf der Generalversammlung am 06.10.1912 beschloss man dann mit 13 zu 7 Stimmung die Abtrennung vom Burschenverein und die Gründung eines Kath. Gesellenvereins, die am 13.10.1912 erfolgte. Zum 1.Senior wurde Johann Moser, Gärtner in Neunburg, gewählt.

Nach der Aufnahme in den Diözesanverband am 07.02.1913 beherrschten folgende Schwerpunkte das Vereinsleben: Theaterspielen, Geselligkeit,

Vorträge über die Persönlichkeit Kolpings, die Unterbringung von zugereisten Kolpingbrüdern, Teilnahme an Festen und der Aufbau einer Bibliothek. Bald zählte der Verein 37 aktive und 72 außerordentliche Mitglieder. Mit vaterländischer Begeisterung zogen viele in den 1.Weltkrieg und so enden die Vereinsaufzeichnungen schon am 18.06.1915; am 26.02.1920 wurde der Gesellenverein aufgelöst.Auf Einladung von Stadtpfarrer Koller trafen sich am 03.03.1929 120 Jungmänner und Bürger um den Verein wieder zu beleben. Man schaffte sich eine Fahne an, die am 28.07.1929 geweiht wurde. Als neuer Schwerpunkt der Vereinsarbeit kam der Sport hinzu mit einer eigenen DJK-Abteilung.

Ab 1932 steuerte der Gesellenverein eine harte Linie gegen den Nationalsozialismus: ein Kolpingmitglied könne niemals Nationalsozialist sein, da Hitlers Politik mit den Anschauungen eines Katholiken nicht übereinstimme. Am 19.03.1933 wurde das K-Banner geweiht. Eine starke Abordnung fuhr zum Gesellentag nach München vom 08.-11.06-1933, bei dem schon die Banner in der Öffentlichkeit nicht mehr gezeigt werden durften. Ab diesem Termin wurde in den Versammlungen stets um Treue zum Verein und um Vorsicht gebeten, man wollte nicht frühzeitig ein gänzliches Verbot riskieren. Mit der schwach besuchten Generalversammlung am 21.01.1935 enden die Aufzeichnungen; zwei folgende Seiten fehlen allerdings im Protokollbuch!!!

Am 16.12.1945 nimmt Kolping sein Vereinsleben wieder auf. Politische Bildung, Ausflüge, Theater bilden nun den Inhalt des Programms. Als der Bau eines eigenen Kolpinghauses scheitert, geht man daran, sich im Pfarrhof einzurichten. Rechtzeitig zum25-jährigen Stiftungsjubiläum 1954 (man ging bis zu diesem Zeitpunkt von der Gründung im Jahre 1929 aus) wird das Kolpingheim fertig.

1956 beginnt man einen Spielmannszug aufzubauen, der fast ein halbes Jahrhundert lang zum musikalischen Aushängeschild des Vereins wird. Altkleideraktionen und Altpapiersammlungen füllen ab 1968 die Kasse, der Aufbau einer Keglergruppe läuft an, die bis heute unzählige Pokale und Preise gewonnen hat. Groß wird das 40-Jährige 1969 (s.o.!) gefeiert, Aufbruchstimmung herrscht nach dem II. Vatikanischem Konzil. Der SPZ erhält eine neue Uniform, später sind die Spieler auch in Form eines Steinmännleins zu erwerben. Im Verband erfolgt der Wandel von einer reinen Männergruppierung hin zu einem Verein für die ganze Familie, eben zur Kolpingsfamilie. Dem entsprechend finden sich neue Themen in der Vereinsarbeit: Ostereiersuchen, Emmausgang, Weinabende, Familienaufenthalte in Lambach und Immenreuth, Bälle in der Stadthalle, Familienreisen … 1977 wurde die Patenschaft mit Sterzing besiegelt und seitdem werden gegenseitige Besuche durchgeführt. Die KF brachte sich in das kulturelle Leben der Stadt ein: Teilnahme am Historischen Festzug und Mitwirkung am Festspiel “Vom Hussenkrieg“ waren eine Selbstverständlichkeit. Die WAA wurde zu einem wichtigen Thema in Stadt und Land.

Die große Akzeptanz der Kolpingsfamilie in Stadt und Pfarrei führte dazu, dass aus den 35 Gründungsgesellen eine Gruppierung mit 279 (1983) Mitgliedern wurde, die sich in über 100 Veranstaltungen traf. 

Viel zu verdanken hat hier die Kolpingfamilie ihrem damaligen 1.Vorsitzenden Franz Beer, der über 40 Jahre aktiv die Geschicke des Vereins mitbestimmte. Franz Beer wurde zu einen Synonym und zu einer Identifikationsfigur für Kolping Neunburg. Vom 4. – 6. September 1987 feierte man das 75. Gründungsfest international mit großen Dia- Shows, Festgottesdienst, Festzug mit 80 Vereinen und 23 Musikkapellen und mit einem Oberpfälzer – Südtiroler Begegnungsabend.

Die 90iger Jahre waren geprägt von einer starken Ausfaltung der Führungsmannschaft, so wurde unter anderem in der Vorstandschaft die Bereiche Jungkolping, Junge Familien, Erwachsene, Kultur und Freizeit, Arbeit & Beruf und Kirchliche Arbeit von jeweils 2 Mitgliedern vertreten. Die Verantwortlichen in diesen Bereichen organisierten z.B. Gruppenleiterschulungen, Zeltlager, Ausflüge, Emmausgang, Nikolausaktionen, Waldweihnachten, Maiandachten, Faschingsbälle, Betriebsbesichtigungen, Winterfreizeiten, Gottesdienstgestaltungen, thematische Monatsversammlungen, Kinderbetreuungen, Johannisfeuer, Fahrradorientierungsfahrten, Spiele- und regelmäßige Kegel-, Aerobic- und Volleyballabende. 

Es formierte sich ein sehr starkes Jugendteam, das in die Führungsrollenhineinwuchs und heute wichtige Funktionen in der Pfarrei, Stadt und bei Kolping innehat. Der Führungswechsel konnte so reibungslos erfolgen. Besonderes Augenmerk legte man auf die Jugendarbeit, so dass heute viele Gruppen der Pfarrei Kolpinggruppen sind, die von guten , geschulten Leitern und Leiterinnen geführt werden. Junge-Familien-Gruppen kamen dazu und versuchen den jüngsten Nachwuchs weiterhin an Kolping zu binden. 

Nicht vergessen werden darf

der KF-Fotokreis, der ein eigenes Fotostudio besaß und viele Veranstaltungen in Pfarrei und Stadt mit gekonnten Dia-Shows, später mit Power-Point-Präsentationen bereicherte, Kalender herausgab oder eigene Fotoausstellungen darbot. „Just for fun“, eine KF- Singgruppe, die sich dem Neuen Geistlichen Liedgut verbunden fühlt, umrahmte musikalisch Gottesdienste und Hochzeiten. Ohne das KF-Lautsprecherteam wären viele Gemeindegottesdienste nicht durchführbar.

Schmerzlich wurde die Auflösung des KF-Spielmannszuges und der Verlust des eigenen Vereinsheimes nach dem Bezug des neuen Pfarrzentrums empfunden

An der Seligsprechung von Adolf Kolping in Rom am 27. Oktober 1991 nahm eine große Abordnung aus Neunburg teil. In Erinnerung daran wurde 1998 ein Adolf-Kolping- Relief von Günter Mauermann, Weiden, in der Pfarrkirche angebracht.

Die Kolpingsfamilie Neunburg hat viele Höhen und Tiefen hinter sich, häufigen Seniorwechsel und Kontinuität in der Führung, Veranstaltungen mit sehr vielen und ganz wenigen Besuchern Besucherinnen, Zeiten des Aufschwungs und der Resignation. Aber sie ist lebendiger denn je. Zur Zeit zählt sie ca. 510 Mitglieder, ist aus dem Leben der Pfarrei und der Stadt nicht wegzudenken und erfreut sich hoher Anerkennung von allen Seiten.

Ad multos annos!

Mehr zum Nachlesen:

• Rudolf Scheitinger:

• Rudolf Scheitinger:

70 Jahre Kolpingsfamlie Neunburg vorm Wald – Festvortrag 1982 75 Jahre Kolpingsfamlie Neunburg vorm Wald

30 Jahre KF-Spielmannszug Neunburg vorm Wald

10 Jahre KF-Patenschaft Neunburg vorm Wald – Sterzing, 1987

• 25 Jahre 1956 bis 1981 Kolpingspielmannszug Neunburg vorm Wald

• 40 Jahre Kolping-Spielmannszug Neunburg v.W. (12.10.1996)

• 125 Jahre Kolping in Sterzing 1865 –1990

• Protokollbuch des Gesellenvereins

• Protokolle und Presseberichte

Weitere Informationen:

www.kolping-neunburg.de 

www.kolpingsterzing.it

Ansprechperson

Simon Rosner

simon.rosner@kolping-neunburg.com

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