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Kolpingsfamilie

Mettmann

Portrait Adolf Kolping
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Märtyrerpriester Johannes Flintrop

veröffentlicht am

Vortrag von unserem Vorsitzenden Wilfried Meiswinkel über den Märtyrerpriester Johannes Flintrop
Präses unserer Kolpingsfamilie von 1932-1942
Presseartikel vom 28.04.2012
Flintrops Lebensspuren
Wilfried Meiswinkel ist dem Weg des Mettmanner Märtyrers gefolgt.
“Die Straße, die seinen Namen trägt, führt mitten in das Herz von Mettmann. Dort, wo Kaplan Johannes Flintrop einst gewirkt hat. Wilfried Meiswinkel, der Vorsitzende der Kolpingsfamilie Mettmann, hat sich 70 Jahre nach dem Tod des Priesters auf Spurensuche in den Archiven gemacht und ist der Biografie des Katholiken nachgegangen, der 1942 im Konzentrationslager Dachau ermordet wurde.
Gegen die Nazis eingestellt
“Aus Protokollen geht hervor, dass er deutlich klarer gegen die Nationalsozialisten Position bezogen hat, als bisher bekannt”, sagte Wilfried Meiswinkel bei der Präsentation seiner Nachforschungen im Johanneshaus. Detailliert zeichnete er dort das Leben Johannes Flintrop nach, der als Hans-Willy Flintrop am 23. Mai 1904 in Barmen zur Welt kam. Meiswinkel haben besonders die Berichte von Johannes Flintrop aus dem Polizeigefängnis schockiert. “Einserseits spricht aus ihnen ein großer Lebensdurst und gleichzeitig die Demut, sein Schicksal anzunehmen. Diese Spannung ist sehr berührend.” Er zitierte aus den erhaltenen Dokumenten von 1942: “Und dabei höre ich das Leben draußen, die Menschen lachen und reden, die Straßenbahn. Dann quillt in mir eine Sehnsucht oder auch Heimweh in mir, dass ich meine, ich könnte es nicht länger ertragen. Ich kann verstehen, wenn sich jemand in der Zelle das Leben nimmt, es ist immer ein Akt der Verzweiflung. Aber ich suche immer wieder Kraft und Mut im Gebet und im Gedanken daran, dass viele andere gleich mir als Ehrlose und Ausgestoßene in den Gefängnissen und Zuchthäusern und KZ-Lägern schmachten.”
Zuvor hatte er in seinen Predigten immer wieder dem Nationalsozialismus und seinem Führerkult die Stirn geboten. Offensiv stellte sich der junge Priester auch nach seiner ersten Haft 1940 gegen das Regime und seine Repräsentanten.
“Während der Messe standen immer Gestapobeamte in der Kirche und schrieben die Predigt mit”, berichtete eine Zeitzeugin. Diesen Beamten rief Johannes Flintrop einmal zu:”Jetzt kommt etwas für Sie, schreiben Sie gut mit.”
Info:
Johannes Flintrop
Johannes Flintrop kam 1904 in Barmen zur Welt. Zunächst war er als Kaplan in Köln tätig, bevor er 1932 sein Amt in St. Lambertus aufnahm. 1940 kam er das erste Mal in Haft, 1941 vernehm ihn die Gestapo erneut, 1942 musste er wieder in Haft. Vom Polizeigefängnis Düsseldorf kam er am 28. April 19452 in das KZ Dachau.
Dort wurde er ermordet.

Ansprechperson

Stefan Lederer und Ulla Zygmunt

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