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Kolpingsfamilie

Lauingen

Portrait Adolf Kolping
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Die Kolpingfamilie Lauingen feiert und lädt ein

veröffentlicht am

Die Kolpingfamilie Lauingen, einer der ältesten Lauinger Vereine, feiert heuer ihr 160-jähriges Jubiläum. Sie wurde im Jahr 1859 als „Katholischer Gesellenverein Lauingen“ gegründet.

Adolph Kolping (1813-1865), als Sohn einer armen Schäferfamilie in Kerpen bei Köln geboren, musste die Not der Mitte des 19. Jahrhunderts wandernden jungen Handwerker am eigenen Leibe verspüren. Als er nach harten Entbehrungen und schweren Opfern 1845 zum Priester geweiht worden war, vergaß er nicht seine bitteren Erfahrungen als Schustergeselle.

Als Kaplan in der Industriestadt Wuppertal-Elberfeld (1845-1849) lernte er das Elend der Arbeiter kennen. Angeregt durch den von Lehrer Johann Gregor Breuer gegründeten Jünglingsverein fand Adolph Kolping seine Lebensaufgabe darin, sich der jungen Handwerker und Arbeiter in ihrer sozialen Not anzunehmen und ihnen eine geistige und wirtschaftliche Hilfe zu bieten, ihnen Heimat zu geben und sich für sie um Arbeit zu bemühen. Die Gesellen sollten nicht mehr ihre eigenen Wege gehen, sondern sich in einem Verein treffen, sich dort verbinden und sich gegenseitig helfen.

Zwischenzeitlich wurde Kolping als Domvikar in Köln eingesetzt und gründete dort am 6. Mai 1849 den Kölner Gesellenverein, der Ausgangspunkt des Internationalen Kolpingswerks wurde.

Diese Idee Kolpings verbreitete sich rasch im ganzen Land. Überall entstanden Gesellenvereine, die viel Anklang fanden. Sie nahmen sich der Wanderburschen und der im Ort beschäftigten Gesellen an, betreuten sie und führten sie zu einer festen Gemeinschaft zusammen.

Am 22. März 1859 kam es auch in Lauingen zur Gründung eines „Katholischen Gesellenvereins“ mit dem Zweck „die sittliche und religiöse Bildung der Vereinsgesellen, Verbreitung nützlicher Kenntnisse und Fertigkeiten unter denselben, namentlich mit Rücksicht auf ihren Beruf und gesellige Unterhaltung zu befördern. Der Verein soll durch gemeinschaftliches Zusammenwirken und gegenseitige Aneiferung besonders dazu beitragen den Sinn für Tugend und Ehrenhaftigkeit und Liebe zur Arbeit in Verbindung mit Heiterkeit und Frohsinn in den Vereinsgesellen zu wecken und zu erhalten und dieselben zu einem tüchtigen Meisterstande und zu guten und treuen Bürgern des Staates heranzubilden.“

Schon im Jahr 1868 hat sich der „Katholische Gesellenverein Lauingen“ in seinem 9. Vereinsjahr für 350 Gulden eine Standarte bei den Englischen Fräulein in Augsburg herstellen lassen. Zu erwähnen ist, dass dieselbe fast zufällig von lauter Lauingern verfertigt wurde. Stickerei, Fahnenbild und Gürtlerarbeit wurde nämlich besorgt durch Lauinger, die in der Ferne weilten, während die Stange samt dem schön gearbeiteten Knopf von dem Lauinger Schreinergesellen, Nikolaus Brenner gemacht wurde. Die Standarte, die dem Patron der Katholischen Gesellenvereine dem Heiligen Josef gewidmet wurde, ist am Ostermontag 1868 durch den Präses des Lauinger Vereins, Hochwürdigen Herrn Benefiziat Aumiller geweiht worden.

Den Gesellen dienten als Treffpunkt und Vereinslokal verschiedene Gasthöfe in Lauingen. Im Oktober 1925 wurde der Verein in das Vereinsregister eingetragen. Bei der Generalversammlung am 6. Mai 1927 gehörten dem Verein 57 aktive und 91 passive Mitglieder an. Die Wallfahrt nach Violau, die sich bis in unsere Tage erhalten hat, wurde eingeführt.

In der damaligen Zeit der Arbeitslosigkeit kamen wieder viele Wandergesellen nach Lauingen. Es erwies sich als großer Nachteil, dass dem Verein kein eigenes Heim zur Aufnahme und Betreuung dieser Gesellen zu Verfügung stand.

Das Jahr 1929 brachte eine glückliche Wende: Am 25. April schenkte die Tochter das Stadtschreibers Bernhard Mayer, Fräulein Maria Mayer (1853-1930), dem Katholischen Gesellenverein ihr Anwesen Herzog-Georg-Straße 56 und einen Waldanteil der Weidengriesgenossenschaft.

Der Gesellenverein, der zwischenzeitlich in Kolpingsfamilie umbenannt wurde, musste nun die schwere Zeit des „Dritten Reiches“ und des Zweiten Weltkriegs überstehen.

Im Jahr 1947 errichtete Benefiziat Josef Riedle wieder eine Kolpingfamilie, die anfänglich nur aus jungen Gesellen und später dann auch aus Meistern bestand.

1967 wurde das Kolpingwerk auch für Frauen und Kinder „geöffnet“. Seitdem sind wir nun eine „echte Familie“.

Die Kolpingfamilie Lauingen feiert nun am Sonntag, den 14. Juli 2019 ihr großes Fest:

„160 Jahre Kolpingfamilie Lauingen und 90 Jahre Kolpinghaus Lauingen“

mit allen Mitgliedern, zahlreichen Gästen und der Bevölkerung aus Lauingen und Umgebung.

Bei günstiger Witterung ergeht die Einladung zum Gottesdienst um 09:00 Uhr im „Radgarten“. Ab 08:30 Uhr treffen sich bereits die Mitglieder der Kolpingfamilie Lauingen zum gemeinsamen Foto vor der Stadtpfarrkirche und ziehen gemeinsam mit den Fahnenabordnungen und unter Begleitung der Stadtkapelle Lauingen in den Radgarten. Dort wird die Messe durch die  Gruppe „Taktlos“ musikalisch umrahmt. Im Anschluss heißt die Kolpingfamilie alle zum gemeinsamen Mittagessen und anschließendem Kaffee und Kuchen dort herzlich willkommen.

Sollte sich wider Erwarten schlechtes Wetter einstellen, dürfen wir die heilige Messe gemeinsam mit Prämonstratenser-Abt Hermann Josef Kugler im Martinsmünster feiern.

 

Ansprechperson

Herbert Hummel

hummel.herbert@t-online.de

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