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Kolpingsfamilie

Lauingen

Portrait Adolf Kolping
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Rabatte und Schnäppchen sind „Kokain fürs Hirn“

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Auch der Vortrag „Warum man beim Geld nicht immer rational ist“, zu dem die Kolpingfamilie

Lauingen (Donau) am Donnerstag in das Kolpinghaus nach Lauingen eingeladen hatte, war gut besucht. Spannend schon die Fragestellung „Wie vernünftig gehen wir mit Geld um?“ Noch interessanter die Darlegungen des Referenten Thomas Rohr vom Beratungsdienst Geld und Haushalt der Sparkassen-Finanzgruppe, der den Zuhörern hochinteressant unser „alltägliches“ Leben beim Geldausgeben hautnah vor Augen führte.

Herbert Hummel, der Vorsitzende der Kolpingfamilie hatte die Besucher herzlich begrüßt und eingeladen, sich mit Thomas Rohr auf eine kleine Forschungsreise im Alltag des Geldausgebens zu begeben und dabei viele Hintergründe des Denkens und der Entscheidungsfindung zu erleben. Rohr:

„Ich verkaufe nichts, ich habe keine Geldanlagen oder Ähnliches, ich zeige Ihnen nur den persönlichen Alltag, in dem an vielen Stellen psychologische Angriffe auf die persönliche Entscheidungsfreiheit vorhanden sind“. Die zu erkennen, könne helfen keine Fehlentscheidungen zu treffen.

„Geld allein mach nicht glücklich“, so Rohr, aber gut wenn man es (ausreichend) hat. Er erinnerte, dass für „uns Menschen heute in Deutschland“ sieben Glücksfaktoren gegeben sind, die alle in verschiedener Art und Weise auch und mit dem Geld verbunden sind. Wenn es für etwas Besonderes ausgegeben wird. Diese sieben Faktoren sind Familie, Arbeit, Gesundheit, materielle Ausstattung, individuelle Freiheit und Spiritualität (Glaube).

Das vom Menschen gesuchte Glücksgefühl entstehe beim Geldausgeben. Der Lottogewinn allein mache noch nicht glücklich, aber das Ausgeben des Geldes für etwas Besonderes. Überhaupt, die 18 qm Hirnlappen in jedes Menschen Kopf, mit denen gedacht wird, haben immer zu kämpfen zwischen Verstand und Gefühl. Der Verstand habe dann die Oberhand, wenn wir wollen, stellte Rohr fest. Es gebe da Positionen im Alltag, die geradezu wie Kokain den Verstand aushebeln, beispielsweise Rabatte und Schnäppchen bei denen vielfach gegen jede Ratio gehandelt wird.

Eine ganze Reihe heimlicher Verführer werde mit allen psychologischen Tricks aufgefahren, um den Verbraucher zu verleiten, Dinge einzukaufen oder Geld auszugeben, die man beim normalen Denken nicht vollziehe. Doppelte oder mehrfache Menge zu kaufen, gar dutzendweise auf Lager legen, nur weil günstig oder einmalig. Die pekuniäre Illusion sei tagtäglich feststellbar, es werde dabei nur das wahrgenommen, was man glaube, das andere werde ausgeklammert, so Rohr.

Rohr hatte viele praktische Beispiele, die allseits mit einem Lächeln bestätigt wurden. Ja, das „Ich will“ führe beim Geldausgeben vielfach zu unvernünftigem Verhalten, lasse nur den Vorteil sehen, der in Wirklichkeit gekonnt vorgegaugelt sei. Und schon ist die Falle zugeschnappt.

Zahlreiche Hinweise dem konkret zu widersprechen, immer wieder in den Vortrag gestreut, gab Rohr den Besuchern mit auf den Heimweg und in den Alltag. Beispielsweise immer mit Liste einkaufen zu gehen, dies nie hungrig zu tun oder auch alle Kaufentscheidungen unemotional und vernünftig zu prüfen bevor man sie fällt. Die Beachtung dieser Grundsätze helfen auf jeden Fall auch beim Geld immer rational zu sein.

Bild (MH): Thomas Rohr im Kolpingsaal Lauingen

Ansprechperson

Herbert Hummel

hummel.herbert@t-online.de

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