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Trenckfestspiele Waldmünchen - Nachbericht

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Durch Sturmgebraus machten sich 24 Teilnehmer mit dem Bus auf den Weg zu den Trenckfestspielen nach dem 7000 Einwohner Städtchen Waldmünchen . Doch was auch immer das Wetter androhte, es fehlte ihm an Durchhaltevermögen, sodaß unser Aufenthalt nahe der tschechischen Grenze auch während der gesamten Vorstellung trocken und angenehm temperiert blieb.

Gut gestärkt duch das Abendessen in der Metzgerei-Gaststätte „Weber Max“, begrüßte uns der Vorsitzende des „Trenck-Vereins“ zur Führung mit Blick hinter die Kulissen des Festspiels. Seit 1950 erinnert das Spektakel an die Folgen des Österreichischen Erbfolgekriegs für die Region. Viel ist geschehen seit den Fünfzigern. Gebäude wurden errichtet um Wagen, Kutschen und Requisiten unterzubringen, eine überdachte Tribüne wurde errichtet und während der Corona-Pandemie saniert und technisch neu ausgestattet, eine eigene funktionsfähige Kanone gegossen, Netzwerke zu Sponsoren aufgebaut und am Leben gehalten, die eigene Bevölkerung für die Sache seit Jahrzenten begeistert und, neben vielen „geliehenen“, auch fünf vereinseigene Pferde angeschafft und unterhalten. Mit Ausnahme der Tribüne, die größtenteils über Fördermittel des Bundes finanziert ist, wurde fast alles aus eigenen Mitteln und mit sehr viel Eigenleistungen gestemmt. Und doch, welch unfassbar großer Aufwand dahinter steckt wurde erst während der Aufführung richtig bewusst.

Das Stück selbst beginnt mit Szenen aus dem eher beschaulichen Alltagsleben, beeindruckte aber schon bald mit einem Aufgebot von 300 Laiendarstellern. Eine Menschenmenge, wie man sie nur noch selten in Kino- und Fernsehproduktionen findet. Nachrichten und Gerüchte über herannahende Truppen beunruhigen bereits die Einwohner. Dann die schreckliche Nachricht! Cham brennt, die Bevölkerung wurde niedergemetzelt und nun ziehen die Panduren unter Führung des Franziskus Freiherr von der Trenck gen Waldmünchen. Der Rat der Stadt muss reagieren. Waffen werden verteilt, die Tore der Stadt geschlossen.

Und dann sind sie da, die wilde Reiterhorde der Panduren und ihr Tross. Die Belagerung der Stadt beginnt. Schnell wird klar, Trenck steht unter Druck, denn er ist Diener vieler Herren. Da ist Kaiserin Maria Theresia und ihre intriganten Generäle, die das Heer des Obristen im Böhmischen benötigen. Da sind seine Panduren und sein Tross die versorgt werden müssen und bereits in Cham über die Stränge schlugen, was ihn zu drastischen Maßnahmen gegen die eigenen Männer nötigt. Nicht zuletzt sein Gewissen und die Gefühle für die geraubte Katharina Schwab beeinflussen sein Handeln. Und dies ist nicht jedermanns Sache in seinem Gefolge.
Waldmünchen will Zeit gewinnen und schickt Klerus und Kinder vor die Tore um zu verhandeln. Doch Zeit, ist das, was Trenck nicht hat. So befiehlt er den spektakulär inszenierten Angriff auf die Stadt. Kanonendonner, Kampfgebrüll, wilder Reiterei und Feuer lassen Waldmünchen unter der Wucht des Angriffs kapitulieren. Es ist zu vermuten, dass die Sache für Waldmünchen relativ glimpflich ausging, denn die Panduren ziehen kurz darauf Richtung Böhmen ab. Und Jahre später kehrt Trenck mit seiner Katharina nochmals zurück an den Ort an dem sie zueinander fanden und werden empfangen ohne Groll. Erneut ist’s hier wo sich das Schicksal wendet, denn Trenck wird des Hochverrats bezichtigt und die Liebesgeschichte findet ihr Ende. Der Alltag in Waldmünchen kehrt endgültig wieder ein.

Der Applaus für diese Festspiel war hochverdient. Für jene die es noch nicht oder zu selten sahen, sprechen wir eine ausdrückliche Empfehlung aus. Nehmt euch die Zeit und schaut ihn euch an, den „Trenck der Pandur vor Waldmünchen“.

Leider blieben nur wenige Minuten zu einem kurzen Plausch mit den Darstellern. Einige Erinnerungsfotos konnten jedoch gemacht werden.