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Kolpingsfamilie

Hochheim

Portrait Adolf Kolping
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30 Jahre gelebte Solidarität: Ehrenamtliche der Kolpingfamilie Hochheim prägen das Kolpingferiendorf Herbstein

veröffentlicht am

Herbstein. Drei Jahrzehnte unermüdlicher Einsatz, tausende Arbeitsstunden und ein gemeinsames Ziel: Familien – insbesondere auch solchen mit besonderen Herausforderungen – einen erholsamen Urlaub zu ermöglichen. Seit 1996 engagieren sich die Helfer der Kolpingfamilie Hochheim im Kolpingferiendorf Herbstein im Vogelsberg. Ihr Wirken ist geprägt von Tatkraft, Zusammenhalt und gelebter Nächstenliebe.

Was einst mit einem großen Umbauprojekt begann, entwickelte sich zu einer Erfolgsgeschichte des Ehrenamts. Gleich im ersten Jahr wurden in den Bungalows zusätzliche Nasszellen eingebaut – eine enorme Herausforderung, die den Ausbau von Möbeln und Böden erforderte. Der Einsatz war so intensiv, dass selbst der damalige Hausmeister an seine Grenzen kam. Doch der Grundstein für den langfristigen Einsatz war gelegt.

Neben baulichen Maßnahmen zeigte die Kolpingfamilie auch finanzielles Engagement: Bereits 1997 konnten durch ein Jubiläum und ein Benefizkonzert 20.000 D-Mark für das Feriendorf gespendet werden. Über die Jahre kamen durch Mitgliedsbeiträge und Spenden des Fördervereins mehr als 400.000 Euro zusammen – Mittel, die in wichtige Projekte wie Trennwände, technische Ausstattung, Sitzmöbel oder inklusive Spielgeräte flossen.

Ein besonderes Herzensprojekt war der Bau des sogenannten „Hochheimer Kräutergartens“ im Jahr 2004. Mit viel Muskelkraft wurden Gehwegplatten bewegt und der Boden vorbereitet – unterstützt durch Improvisationstalent und Durchhaltevermögen. Auch ungewöhnliche Aufgaben gehörten dazu, etwa das Beschaffen von Naturdünger.

Zu den größten Herausforderungen zählte 2006 die Umstellung auf eine moderne Pelletsheizung. Dabei mussten unterirdische Versorgungsleitungen freigelegt werden – eine körperlich besonders anspruchsvolle Arbeit. Trotz Zeitdruck gelang es, das Feriendorf rechtzeitig wieder zu öffnen. Eine kuriose Episode blieb ebenfalls in Erinnerung: Eine Katze, die sich in den Leitungen verirrt hatte, konnte nach Tagen befreit werden.

Im Laufe der Jahre wuchs das Projekt über die Grenzen Hochheims hinaus. Unterstützt wurde die Arbeit von Mitgliedern anderer Kolpingfamilien sowie freiwilligen Helfern. Gemeinsam entstand unter anderem ein Bibelpark, der heute als beliebter Spiel- und Lernort für Kinder dient. Mit kreativen Bauwerken wie der Arche Noah oder dem Turmbau zu Babel wurde ein einzigartiges Gelände geschaffen, das Geschichte erlebbar macht.

Neben großen Projekten waren es oft die kleinen, kontinuierlichen Arbeiten, die den Alltag bestimmten: Streichen, Reparaturen, Baumfällungen aus Sicherheitsgründen oder die Pflege der Außenanlagen. Auch ökologische Aspekte gewannen zunehmend an Bedeutung – etwa durch das Pflanzen neuer, klimaresistenter Bäume.

Das Feriendorf selbst blickt ebenfalls auf eine lange Tradition zurück. Es wurde in den 1960er Jahren gegründet, um insbesondere kinderreichen Familien Urlaub zu ermöglichen. Heute ist es die einzige Kolping-Ferienstätte mit Bungalow-Struktur – ein Konzept, das bis heute geschätzt wird.

Doch bei aller Arbeit steht eines im Mittelpunkt: die Menschen. Viele Helfer sind dem Projekt über Jahrzehnte treu geblieben. Einige von ihnen sind inzwischen verstorben, doch ihr Einsatz bleibt unvergessen. Gleichzeitig kommen immer wieder neue Unterstützer hinzu – zuletzt sogar mit einer Rekordgruppe von 17 Helfern.

„Wir haben sehr viel bewegt“, heißt es aus den Reihen der Engagierten. Und tatsächlich: Die Bilanz von 30 Jahren ist beeindruckend. Noch wichtiger aber ist die Wirkung: unzählige Familien, die hier unbeschwerte Tage verbringen konnten, und das gute Gefühl, gemeinsam etwas Sinnvolles geschaffen zu haben.

So steht das Kolpingferiendorf Herbstein heute nicht nur für Erholung, sondern auch für gelebte Gemeinschaft – getragen von Menschen, die seit 30 Jahren zeigen, was Ehrenamt bewirken kann.