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Hennef

Portrait Adolf Kolping
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Der höchste Turm Hennefs feiert Jubiläum - Kolping feiert mit!

veröffentlicht am

Mit einem Pontifikalamt, zelebriert vom Kölner Erzbischof Rainer Maria Woelki, hat die Hennefer Kirchengemeinde St. Michael an die Einweihung der Pfarrkirche St. Simon & Judas vor 125 Jahren erinnert. 

Begleitet von zahlreichen Ministranten und mehreren Bannerträgern zogen der Kardinal, der leitende Pfarrer Hans-Josef Lahr und Pfarrvikar Wolfgang Rick in das vollbesetzte Gotteshaus ein. Den weitesten Anreiseweg mit mehr als 600 Kilometern hatte eine fünfköpfige Abordnung der Kolpingsfamilie Bernsdorf, die mit der Hennefer Kolpingsfamilie befreundet ist und den weiten Weg aus der Lausitz nahe der polnischen Grenze nicht gescheut hatte.

Musikalisch wurde der Festgottesdienst vom Kirchenchor St. Simon & Judas unter Leitung von Norbert Schmitz-Witter gestaltet. Die festlichen Gesänge trugen wesentlich zum Gelingen bei und wurden mit einem spontanen kräftigen Applaus am Ende von den Gottesdienstteilnehmern quittiert.

Der Kölner Erzbischof Rainer Maria Woelki ging in seiner Predigt auf die lange Tradition des Christentum in dieser Region ein, schilderte die Bedeutung der Pfarrkirche und rief die Gläubigen zur Weitergabe der „frohen Botschaft“ auf.

Die gegenwärtige Pfarrkirche mit dem wahrscheinlich höchsten Turm in Hennef wurde zwar vor fast genau 125 Jahren am 24. September 1900 eingeweiht. Auf dem Hennefer Stadtgebiet gibt es aber bereits eine fast tausendjährige Kirchentradition. Darauf wies der Kardinal in seiner Predigt hin: Im Jahr 1064 wurde sie in der Stiftungsurkunde der Siegburg Abtei auf dem Michaelsberg erwähnt. Erzbischof Woelki sagte: „Es lohnt sich auf jeden Fall, sich bewusst zu machen, dass hier der Glaube schon seit 1000 Jahren gelebt wird. Bereits viele Generationen von Henneferinnen und Hennefern haben hier an diesem Ort, wo wir heute morgen zusammengekommen sind, die Eucharistie gefeiert, sie haben hier ihre Kinder getauft, gebeichtet und ihre Toten begraben.“ Seitdem sei die Pfarrkirche der Mittelpunkt ihres Glaubens und des Gemeindelebens.

So, wie eine Pfarrkirche gewissermaßen das Herz der Pfarrei bilde, sei das eigentliche Herz der Kirche der Tabernakel. „Dort ist Christus gegenwärtig“, betonte der Kölner Erzbischof. Das sei nicht abhängig vom Sonntagsgottesdienst. „Auch an Werktagen ist die Kirche geöffnet. Sie können hierher kommen, um eine Zeit der Stille mit Gott zu verbringen, und ihn einfach anschauen und sich von ihm anschauen lassen.“

Gott sage jedem Menschen zu: „Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt. Ich gehöre zu euch und ihr zu mir. Ich bin wirklich der Gott-mit-uns, ich bin mitten unter euch, in eurem Leben.“ Gleichzeitig warnte der Kölner Kardinal vor der „Versuchung sich mit der Gemeinschaft, die wir schon haben, zufrieden zu geben – gerade jetzt in einer Zeit, in der die Zugehörigkeit zur Kirche spürbar zurückgeht, gibt es den Impuls, sich auf diejenigen zu konzentrieren, die noch zur Kirche kommen.“ Das sei aber nicht das, wozu wir in der Taufe berufen worden seien und wozu wir in jeder Eucharistiefeier gesendet würden. „Taufe und Eucharistie sind die beiden Sakramente, die uns ganz innig und untrennbar mit Christus verbinden. Aber damit ist zugleich ein Auftrag gegeben, nämlich Christus hinaus zu tragen in aller Lebensbereiche, auch dorthin, wo Menschen ihn noch nicht kennen oder verloren und schon lange nichts mehr von ihm gehört haben.“

Wer mit Christus eine innige und wahre Freundschaft pflege, könne darüber nicht schweigen, betonte der Kölner Erzbischof. „Entscheidend ist, – wie in jeder Freundschaft –, dass wir zusammenhalten, unsere Liebe miteinander teilen, einander das Vertrauen schenken und teilnehmen am Leben des anderen.“ Das verbinde menschlich so eng, dass es trage. Woelki: „Das, was zwischen Menschen der Fall ist, das will auch bestehen zwischen Gott und dem Menschen sowie in unserer Gemeinschaft der Kirche.“

Gott ziehe niemanden herunter, sondern baue auf. „Weil jeder von ihm geschaffen und geliebt ist“, sagte der Kardinal. Die Kirche sei kein Selbstzweck, betonte er. Und meinte damit sowohl das Gebäude als auch die Gemeinschaft der Glaubenden.

Nach dem Festgottesdienst gab es Gelegenheit zur Begegnung. Pfarrgemeinderat und Kolpingsfamilie hatten zum Jubiläum ein Festtagsbier abfüllen lassen, das allen Festgästen angeboten wurde. 

Fotogalerie mit ca. 100 Fotos vom Festgottesdienst

Predigt des Kölner Erzbischofs Kardinal Rainer Maria Woelki im Wortlaut