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Raumsonde Rosetta - Verabredung mit einem Kometen

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(db) Seit der Hobby-Astronom Karl Eisensteger vom Vorstand der Kolpingsfamilie Gersthofen 2014 erfolgreich zu dieser Thematik eingeladen hatte, gelang nun mit dem Leiter des Ballonmuseums, Herrn Dr. Thomas Wiercinski, eine erfolgreiche Zusammenarbeit.
Mit Professor Dr. Gerhard Haerendel vom Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik in Garching luden sie einen hochkarätigen Fachmann ein. Im Max-Plank-Institut für extraterrestrische Physik arbeitete er von 1972 bis 2000 als Direktor. Viele Interessierte lauschten den Ausführungen des beredten Weltraumforschers im großen Vorführraum des Ballonmuseums.
?Rosetta war und ist ein aufregendes Projekt?, begann Dr. Haerendel seine Ausführungen. Die Namen der Raumsonde Rosetta und des Landers Philae sind ägyptischen Ursprunges. Ziel der Raumsonde Rosetta ist die Erforschung von Kometen aus der Anfangszeit des Sonnensystemes vor 4,6 Milliarden Jahren. Sie wurde am 2. März 2004 von der Europäischen Raufahrtagentur ESA auf den langen Weg zum Kometen 67P/Churyomv-Gerasimenko gestartet. Durch nahe Vorbeiflüge an Erde und Mars wurde sie nachbeschleunigt, flog an Asteroiden vorbei, wurde in einen zweieinhalbjährigen ?Winterschlaf? versetzt und am 20.1.2014 wieder aufgeweckt.
Elf Instrumente der Raumsonde übermittelten zur Freude der Forscher jede Menge interessanter Daten zur Bodenstation. Der Landeanflug des Landers Philae am 12. November 2014 aus 22,5 km Höhe dauerte sieben Stunden. Zwar wurde der ausgewählte Landeplatz genau getroffen, aber die Ankerharpunen wurden nicht abgeschossen und der Lander wegen der geringen Gravitation des Kometen reflektiert. Nach zwei Stunden und zwei weiten Hopsern landete Philae am Rande der Schattengrenze in einem Gelände mit sehr unregelmäßiger Oberfläche. Dort konnten die 10 Geräte des Landers mehr als zwei Tage lang Messungen durchführen. Unter anderem stieß man auf harten Untergrund, wahrscheinlich Eis. Aber dann ging die Energie aus, weil nur ein Solarpanel von der Sonne beleuchtet wurde.
Einige Ergebnisse benannte Professor Haerendel: ?Der Komet ist wie ein schmutziger Schneeball, eine Mischung aus Staub und Eis mit hoher Porosität. Nur 4 % des Sonnenlichtes werden reflektiert, deshalb ist der Komet schwarz. Unsere Ozeane stammen nicht allein von Kometeneinschlägen. Temperaturen variieren je nach Sonnenstand und Terrain von Minus 140 Grad bis Minus 70 Grad Celcius?.
Auf eine Frage aus dem Publikum nach seinen weiteren Lebenswünschen im Ruhestand meinte Prof. Dr. Haerendel schmunzelnd: ?Täglich gehe ich noch ins Institut. Dann lockt mich das leckere Mittagessen meiner Frau nach Hause?. Das Rosetta-Projekt beobachtet er weiterhin. Mit kräftigem Applaus bedankten sich die Zuhörer von Kolping und aus Gersthofen. Karl Eisensteger vom Kolping-Vorstand freut sich über weitere Kooperationen mit Professor Dr. Haerendel, gerne natürlich im Ballonmuseum.

Ansprechperson

Patricia Steiner

p.r.steiner@t-online.de

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