Pfarrer Robert Lukaschek konnte an diesem Abend in die Gesichter von 35 interessierten Zuhörenden blicken. Für mehr als eine Stunde nahm er uns mit seinen Ausführungen und Erkenntnissen auf eine Entdeckungsreise durch die Jahrhunderte. Was ist ein Grabtuch? Das bekannteste, das so genannte Turiner Grabtuch ist ein 4,36 Meter langes und 1,10 Meter breites Leinentuch, das ein Ganzkörper-Bildnis der Vorder- und Rückseite eines Menschen zeigt. Es wird davon ausgegangen, dass es das Grabtuch von Jesus von Nazareth ist. Dieses Tuch hat eine sehr lange und wechselvolle Geschichte. Dazu gibt es noch den Schleier mit dem heiligen Antlitz Jesu, Volto Santo von Manoppello genannt. Ein weiteres ist das Schweißtuch von Oviedo in Nordspanien. Im Petersdom ist im Pfeiler der Veronika ein Schweißtuch Christi aufbewahrt. In Frankreich gibt es eine Heilige Haube Jesu und im Kornelimünster in Aachen gibt es ein weiteres Grabtuch.
Wer aufmerksam die Presse verfolgt wird immer wieder einmal auf Berichterstattungen zum Turiner Grabtuch stoßen. Allein in 2024 gab es mindestens zwei Berichte, Berichte deren Inhalt und Berichterstattung absolut gegensätzlich waren. Sind die Grabtücher authentisch oder nicht? Das Rätsel der Grabtücher ist eines der heißesten Forschungsthemen über einen langen Zeitraum hinweg. Aus dem 14. Jahrhundert sind bereits Kritiken eines Bischofs überliefert. Es gibt sogar einen eigenen Forschungszweig, die Sindonologie. Pfarrer R. Lukaschek zeigte uns mit ausgesuchten Bildern und viel Hintergrundwissen faszinierende Zusammenhänge von Bildern und Kunstgegenständen und den Abbildungen des Körpers und der Gesichter auf den Grab- bzw. Schweißtüchern auf. Es gab so viele interessante und verblüffende Aspekte, dass diese nicht alle in einen Bericht gepackt werden können.
Zum Schluss kann es nur ein Fazit geben: Es wird wohl nie definitiv geklärt werden, ob die Grabtücher echt sind oder nicht. Fest steht aber auch, dass es faszinierende Tücher sind, man hat hier das Antlitz Jesus vor sich und es spricht sehr viel dafür, dass das Turiner Grabtuch tatsächlich das Grabtuch Jesu ist. Auf der anderen Seite steht auch fest, dass Wissenschaft nicht immer korrekt ist, immer ausgehend von den Prämissen der Forschenden ergibt sich eine andere Sichtweise. Aber vielleicht halten wir uns an den Spruch aus dem kleinen Prinzen: „Man sieht nur mit dem Herzen gut.“ Und es gibt mehr zwischen Himmel und Erde, als das bloße Auge sieht.
Vielen Dank für diesen hochinteressanten und mit Herzblut gehaltenen Vortrag an Pfarrer R. Lukaschek und an alle Besucher für ihr Interesse.