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Kolpingsfamilie

Deidesheim

Portrait Adolf Kolping
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Gebirgstage im Allgäu - Oberjoch 2025 (Autor Alfons Fürst)

veröffentlicht am

Gebirgstage der Kolpingfamilie Deidesheim im Nationalpark Allgäuer Hochalpen

In diesem ist wieder eine 24-köpfige Gruppe der Deidesheimer Kolpingfamilie auf Tour und genießt die Weite und Frische der Allgäuer Berge zwischen Oberjoch und Oberstdorf.

Als wir uns am späten Freitagnachmittag im Haus Rheinland-Pfalz am Oberjoch, Markt Bad Hindelang, treffen, schwärmen alle von dem satten Grün der Wiesen und Wälder. Wohltuend für die Augen nach den trockenen Tagen mit der versengenten Vegetation in der Pfalz. In diesem Jahr sind wir vier Wochen später am Oberjoch als in den vorangegangenen drei Jahren. Das Vieh ist schon auf den Hochalpen.

Keine Wolke am Himmel. Die milde Abendsonne scheint noch auf die Terrasse. Das verlockt doch gleich zum Abendessen unter freiem Himmel mit fernem Kuhglockengeläut von den Alpen (Allgäuer Bergweiden) und Alpenglühen am Bergmassiv von Iseler und Kühgundrücken. Von unserem idyllischen Platz im Wiedhag können wir gut den Weg einsehen, den wir am Samstag wandern wollen. Die Wetterprognose ist günstig. Alfons, der wieder die Tour plant und leitet, weist nochmal auf guten Sonnenschutz für Augen, Kopf und Haut hin, empfiehlt genügend Getränk im Rucksack, die Bergstöcke zum leichteren bergauf steigen und zur Entlastung beim langen Abstieg über 1200m ins Hintersteiner Tal. Für die typischen 16-Uhr-Gewitter empfiehlt er einen guten Regenschutz. Nach ausgiebigen Gesprächen, Kennenlernen und himmlischem Bier aus Rettenberg am Grünten gehen wir schlafen.

Am Samstagmorgen treffen wir uns nach gutem Frühstück zum Abmarsch vor dem Haus und wandern zur Wiedhagbahn. Mit der Sesselbahn überwinden wir die ersten 300 Höhenmeter und sparen ca. 1 Std, Wanderzeit. Von der Bergstation der Wiedhagbahn geht es auf dem Schmugglerpfad durch den abwechslungsreichen Bergwald nach Osten über die Hintere Wiedhag Alpe zum Grenzkamm zwischen Tirol und Bayern. Interessanterweise sind die Grenzsteine auf dem Grad mit „T“ und „B“ markiert. Wir steigen auf dem luftigen Kühgundrücken hinauf zum KÜHGUNDKOPF, 1907 m ü.M. Einige, denen der Bergrücken mit Tiefblick zu luftig ist, hat Alfons den Wanderweg in der Talmulde unterhalb des Bergrückens zum Wannenjoch und von dort durch die Schafwanne zur Zipfelsalpe empfohlen, wo wir wieder zusammentreffen werden. Nach kurzer Pause am KÜHGUNDKOPF teilt sich wiederum die Gruppe. Die Gipfelwanderer starten die Überschreitung in luftiger Höhe hinüber zum  ISELER (1876m ü.M). Die anderen in überschaubarem Gelände hinunter zur Zipfelsalpe.  Unterwegs können wir den Klettersteig nordseitig unterhalb des Bergrückens einsehen. Dort herrscht Hochbetrieb und Stau an den Schlüsselstellen. Droben am Gipfel des ISELER gibt es einen Schluck Forster Wein, den Vicki von zu Hause mitgebracht hat, bevor wir auf der Südseite des Grades erst durch blütenreiche Bergwiesen, Latschenkiefern und Fichten, zur Zipfelsalpe wandern.  Dort treffen wir die anderen in froher Runde, die auf weniger luftigem Bergpfad durch eine große Herde Schumpen (Allgäuer Bezeichnung für Jungrinder) dorthin gelangt sind. Auf der Zipfelsalpe gibt es eine ausgiebige Rast bei Älpler Spezialitäten. Inzwischen schießen die Turmwolken hoch und lassen die Gewitterneigung erkennen, so dass wir bald aufbrechen. Entlang der Wasserfälle des Zipfelbaches steigen wir hinunter nach Hinterstein. Kurz vor 16 Uhr grollen die Donner durchs Tal und es beginnt zu regnen. Wir sind im hohen Bergwald sicher, werden aber trotz übergestreifter Regenbekleidung gut nass bis wir die überdachte Bushaltestelle erreichen. Der Linienbus bringt uns mit Umsteigen in Hinterstein die Passstraße hinauf nach Oberjoch, wo schon seit einer Stunde das deftige Abendessen auf uns wartet. Immer wieder gehen Schauer nieder. Heute Abend ist es zu kühl für draußen zu sitzen, also bleiben wir in der guten Stube. Anstrengung und Sonne haben für einen guten Durst gesorgt. Die Tourenvorschläge für den Sonntag werden besprochen. Am Morgen soll es wieder Sonne aus blauem Himmel geben, nur die 16-Uhr-Gewitter sollen früher kommen.

Am Morgen beim Frühstück stimmen wir nochmal zwischen zwei Tourenvorschlägen ab. Wir entscheiden uns für eine landschaftlich reizvolle Tour nahe Oberstdorf mit drei Etappen, die jedem gerecht werden sollen. In Fahrgemeinschaften mit möglichst wenig Fahrzeugen fahren wir über Hindelang, Sonthofen nach Reichenbach. Stellen die Fahrzeuge auf einem Wanderparkplatz vor Reichenbach ab und wandern im kühlen Tal, entlang von Wasserfällen, hinauf zur Gaisalpe, unsere erste Etappe. Dort sollen sich auf dem Rückweg alle wieder zusammenfinden.  Wir wandern gleich weiter über einen anspruchsvollen, abschnittsweise glitschigen, Bergpfad zum Gaisalpsee auf über 1500 m, idyllisch unter dem Nebelhorn im Süden und dem Gaishorn im Westen gelegen. Der kühle, klare Bergsee lädt zum Schwimmen ein. Einigen macht die Idylle, das kühle Wasser und die warmen Sonnenstrahlen so viel Freude, dass sie das Rubihorn auslassen und am See bleiben.

Wir machen uns an den Aufstieg zum Rubihorn. Der Weg führt uns durch niedrigen Bergwald, Latschenkiefern, über Geröllhalden und auf mit Stahlseilen gesicherter Felssteig hinauf zum Sattel. Dort schweift der Blick über die Hörnergruppe zu den markten Bergen Hoher Ifen und Widerstein im Kleinwalsertel, Unter uns der Markt Oberstdorf, deutlich sind die Schanzen im Skisprungstadion zu erkennen. Nun geht es auf der Westseite des Rubihorn um die Felszinnen zum Gipfel auf 1954 m.ü.M.  An unserem Parkplatz bei Reichenbach gab es die Höhenangabe mit 836 m. Wir sind also in ca. dreieinhalb Stunden mit zwei Pausen vom Parkplatz bis zum Gipfel über 1100 m hochgestiegen. Nach gegenseitigem Beglückwünschen, kurzer Gipfelrast und einem kleinen Schluck Wein geht es wieder hinunter zum Gaisalpsee. Beim Eintauchen der erhitzten Füße ins kühle Wasser glaube ich ein Zischen zu hören.  Wieder türmen sich die Wolken am Himmel. Zeit abzusteigen, hinunter zur 1. Etappe. Auf der Gaisalpe finden wir uns alle wieder bei verschiedenen Köstlichkeiten zusammen. Ich bevorzuge Milchkaffe und ein dickes Stück Rührkuchen, Bald geht es entlang der Wasserfälle zurück zum Parkplatz und mit den Fahrzeugen wieder hinauf zum Oberjoch.

Zum Abendessen hat sich der Koch nochmal gesteigert. Wir bedanken uns herzlich bei ihm und seinen Helfern.  Die für Mittag erwarteten Gewitter kommen erst nach 20 Uhr zum Entladen.  Am nächsten Morgen regnet es immer noch. Die Wolken hängen tief. Beim Frühstück freuen wir uns über unsere gelungenen Touren und sind besonders dankbar für das gute Wanderwetter der letzten beiden Tage. Es hat genau gepasst.

Na dann, pfiad eich, bis zum nächsten Jahr.

Alfons