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Vortrag bei Kolping: Armin H. Flesch fesselt mehr als 60 Besucher des Vortrags „Erben der Arisierung“ in der Pfarrkirche Heilig Geist. (Foto: Markus Diesner)

Erben der Arisierung – Kolping-Vortrag fesselt Besucher

veröffentlicht am

Mitte März fand in der Pfarrkirche Heilig Geist ein Vortrag der besonderen Art statt: Unter dem Titel „Erben der Arisierung“ erläuterte der Frankfurter Journalist Armin H. Flesch einen Aspekt der Nazizeit, der auch heute noch spürbar ist. Sebastian Titz, Vorsitzender der Kolpingsfamilie Arheilgen, begrüßte den Referenten und die über 60 Besucher – insbesondere diejenigen, die (noch) nicht Mitglied der Kolpingsfamilie sind.

Armin H. Flesch stellte zunächst klar, dass mit Arisierung nicht nur die Enteignung von jüdischen Betrieben gemeint ist, sondern jegliche noch so absurde Methode der Nazis, jüdischen Mitbürgern das Leben schwer bzw. unmöglich zu machen. Historische Fotos und gut recherchierte Geschichten aus erster Hand machten die dunkle Zeit geradezu greifbar.

Anhand zweier Beispiele legte der Referent auch dar, wie mit jüdischen Unternehmern verfahren wurde und wie heute noch existierende Unternehmen mit den Geschehnissen der Arisierung umgehen. Sein Fazit: „Meist erinnert man sich an nichts.“ Als besonders dreist bezeichnete er, dass Unternehmen auf eine Firmenhistorie stolz sind, in der die Arisierung komplett ausgeblendet wird, obwohl erhaltene Dokumente diese einwandfrei belegen.

Zum Abschluss seines Vortrags zeigte Flesch unübersehbare Parallelen zu heutigen Kampagnen bestimmter politischer Parteien auf. Zwar stehen heute nicht konkret die Juden im Fokus der systematischen Benachteiligung, dafür aber Menschen mit Migrationshintergrund.

Die Besucher des Vortrags hingen dem Journalisten über zwei Stunden an den Lippen und diskutierten im Anschluss noch eine ganze Zeit weiter über das Gehörte sowie Zusammenhänge mit dem jüdischen Leben in Arheilgen.