Zum Inhalt
Kolping Logo

Kolpingsfamilie

Clarholz

Portrait Adolf Kolping
Schmuckelement Kurve oben Schmuckelement Kurve oben

Wandergeselle platzt in die Versammlung

veröffentlicht am

Manchmal schreibt Kollege Zufall die besten Geschichten: Dass mit Leopold Schmid ein waschechter Wandergeselle überraschend auf der Generalversammlung der Clarholzer Kolpingsfamilie auftaucht, ist so ein Ereignis. „Das war total klasse“, freut sich der Vorsitzende Bertram Hagenkötter über die Fügung. Denn Handwerksgesellen auf der Walz sind mit der Geschichte des Kolpingwerks besonders verbunden.

War es früher sogar mal Pflicht, gilt es heute als etwas Besonderes als Handwerksgeselle auf Wanderschaft zu gehen. Adolph Kolping, Gründer des Katholischen Gesellenvereins, wie das Kolpingwerk zunächst hieß, hatte diese jungen Männer auf der Durchreise im Blick, bot Unterkunft in sogenannten Gesellenhospizen. Schon von daher erhielt die Versammlung der Kolpingsfamilie durch den Besuch einen außergewöhnlichen Akzent. Leopold Schmid gehört dem Gesellenverein „Fremder Freiheitsschacht“, 1910 in Bern gegründet und inzwischen in mehreren größeren Städten vertreten, an und stammt aus Sachsen.

Sein Weg durch die Welt führte ihn jüngst nach Herzebrock-Clarholz, genauer in die Gaststätte Rugge am Clarholzer Marktplatz. Das Team um Inhaber Mirsada Hamidovic hat ihn dann auf das Treffen der Kolpinger im nebenliegenden Konventhaus aufmerksam gemacht. Leopold Schmid hat nicht lang gezögert und stattete der Versammlung einen Besuch ab.

„Er hat uns über seinen Gesellenverein und seine Wanderschaft berichtet“, so Bertram Hagenkötter. In seiner Kluft mit rotem Schlips und Handwerkswappennadel als Zeichen der Zugehörigkeit zum „Freiheitsschacht“ erzählte Leopold Schmid. Von seiner Verpflichtung, für drei Jahre und einen Tag unterwegs zu sein, immer mindestens 50 Kilometer von seinem Heimatort entfernt.

Sein Weg führte ihn noch an diesem Abend weiter nach Münster, wo er die Übernachtung geplant hatte. Danach hat er vor, ins brandburgische Guben zu ziehen. Vorgesehen ist dort ein Treff mit anderen Wandergesellen seiner Zunft. „Und mit denen will er auf einer Sozialbaustelle gemeinsam arbeiten“, schildert Bertram Hagenkötter. Faszinierend sei die spontane Begegnung gewesen und ein Gewinn für die Gemeinschaft.

Die widmete sich im Anschluss den Regularien. Und blickte auf das vergangene Jahr mit weit mehr als 20 Einzelveranstaltungen zurück. Und somit auch auf das 100-jährige Bestehen, das mit unterschiedlichen Aktionen gefeiert wurde. Aktion Rumpelkammer, Frühjahrsfrühstück, Escape- Spiel, Festakt, Sommerfest, Zeltlager mit 90 Kindern und Jugendlichen in Meschede, Bürgermeister- Kandidatencheck, Beteiligung am Trödelmarkt, Jubiläums- Kaffeeklatsch und Sternsinger- Aktion führten durch das Jahr.

Vorsitzender bestätigt

Einen Einblick in ihre Aktivitäten gaben auch die Familienkreise – bei denen der Nachwuchs zum Teil allerdings schon mehr als flügge ist, die Eltern aber beschlossen haben, als Gruppe weiter zusammenzubleiben. Alfred Szczesny berichtet für die Kolping- Youngsters, Petra Westphal für die Narrenbande und Jürgen Scharmann für die Wilden 13.

Mit Ines Jasperneite und Nils Baxhenrich stellte sich das Leitungsteam der Kolping-Jugend vor, das seit vergangenen Dezember im Amt ist. Nils Baxheinrich ließ kurz das Zeltlager 2025 Revue passieren und wies auf den nächsten Termin vom 20. Juli bis 1. August in Medelon im Sauerland hin.

Bevor es zum gemütlichen Teil des Abend überging, stimmten die Mitglieder noch über den Posten des Vorsitzenden ab: Einmütig wurde Bertram Hagenkötter, seit 1993 im Amt, bestätigt. Als Beisitzer sind nach Mitgliedervotum für weitere drei Jahre Petra Westphal, Fabian Schäfer und Alfred Szczesny dabei.

Das Leitungsteam der Kolpingsfamilie mit (v. l.) Nils Baxheinrich, Jürgen Scharmann, Bertram Hagenkötter, Markus Topp, Alfred Szczesny, Petra Westphal, Birgit Berglar und Andreas Köttermann.

Quelle: Die Glocke – www.die-glocke.de (16.04.2026)