Bus-Tagesausflug nach Sontheim an der Brenz und Obermedlingen
Im Juni 2026 führte die Kolpingsfamilie Altomünster einen Bus-Tagesausflug durch und freute sich über die rege Teilnahme. Erstes Ziel war Sontheim an der Brenz, wo jeweils eine sehr interessante Führung im Schloss und in der romanischen Kirche St. Gallus erfolgte. Nach dem Mittagessen in Gundelfingen wurde die ebenfalls überaus beeindruckende Stiftskirche „Mariä Himmelfahrt“ in Obermedlingen mit einer ca. einstündigen Führung besichtigt. In Gebäuden, besonders in jahrhundertealten, steht zwar deren Architektur, deren Nutzung und deren kunstvolle Ausstattung im Mittelpunkt. Gleichwohl werden ebenso darin die geschichtlichen Abfolgen der gesamtgesellschaftlichen und politischen Veränderungen vermittelt: „Wer regierte nur eigennützig für sich selbst und seine Familienverzweigungen? Wer regierte werteorientiert gerecht, konnte Wohlergehen und Frieden schaffen und erhalten?“ Zusammengefasst vermittelten die Führungen:
- Schloss Sontheim: Es steht auf den Resten einer Burg, die im 30-jährigen Krieg zerstört wurde. Der Wiederaufbau, nunmehr als Schloss im Renaissance-Stil mit barocken Elementen, erfolgte 1671/1672. Nach dem Tod des Herzogs verfiel es zunehmend. Später wurde es von der Bürgerschaft übernommen und als Rathaus und Schule genutzt. Nunmehr wird es weiterhin als öffentliches Eigentum für das Heimatmuseum und für (auch private) Veranstaltungen, z.B. für standesamtliche Trauungen, unterhalten. Besonders bekannt ist es gegenwärtig jedoch für seine Gastfreundschaft gegenüber Störchen.
- Störche sind offensichtlich heimatverbunden, kehren zu Nestern/Horsten zurück und verteidigen diese, wo sie Gastfreundschaft und eine ausreichende Nahrungsversorgung vorfinden. So sind mittlerweile mehrere „Nestbauplätze“ auf dem Schlossdach sowie auch auf weiteren Gebäuden in Sontheim belegt. Die Störche sind bei ihrem Nestbau kreativ und verwenden Abfälle/Wertstoffe, die sie in der Landschaft finden. Die milderen Winter führen dazu, dass die Störche kaum mehr wegfliegen, allenfalls, wenn es länger andauernden Bodenfrost gibt. Die Flugroute ist dann zunächst nur bis zum Bodensee, wenn dies nicht ausreicht bis nach Spanien, was über die Beringung nachverfolgt werden kann.
- Die unmittelbar zum Schloss benachbarte spätromanische Säulen-Basilika St. Gallus hatte ebenfalls vorherige Architekturen, die sich auf eine ca 650 erbaute Kirche aus Holz zurückverfolgen lässt. Die romanische Kirchenarchitektur beeindruckt durch ihre Konzentration auf wenige Gestaltungselemente, die durch ihre dichte Ausdrucksstärke geradlinig zur Gottesverehrung lenken. Denn bei allen Umbauten und ihren Veränderungen der Ausstattung werden zumeist die für die jeweilige Zeit gültigen theologischen Vorstellungen umgesetzt. Zeitlich jüngste Ergänzung ist der Anbau eines Glockenturmes und vor ca. 60 Jahren die Neugestaltung der kunstvollen Fenster.
- Nach dem Mittagessen in Gundelfingen erfolgte eine weitere Kirchenbesichtigung mit Führung. Die zum vormaligen Kloster Obermedlingen gehörende Stiftskirche „Mariä Himmelfahrt“ beeindruckte durch ihre Überfülle an üppiger barocker Pracht, die durch viele Figuren und Details dynamisch und zugleich in Balance wirken soll. Ein Dachstuhleinsturz verursachte viele Schäden an der Ausstattung, die langwierig und behutsam wieder rekonstruiert wurde. Das Deckengemälde und die Holzarbeiten im Altarraum blieben hingegen nahezu unversehrt. Das große Klostergebäude wurde in den vergangenen Jahrhunderten von verschiedenen Ordensgemeinschaften genutzt und steht nunmehr leider ebenso leer wie das in Altomünster
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Wie geplant endete die Ausflugsfahrt um 17:30 Uhr wieder am S-Bahnhof Altomünster. Alle Teilnehmenden freuten sich über einen erfolgreichen und interessanten Tag bei bestem Ausflugswetter. Text/Bildquelle (c) Kolping Altomünster