2025
Himmlisches Chaos beim Kolping-Theater
In diesem Jahr führte das Weihnachtstheater der Kolpingsfamilie Abenberg seine vielen Zuschauer nicht irgendwohin, sondern direkt in den Himmel. Mit viel Liebe zum Detail hatte das Ensemble um Regisseur Josef Bayer für die bayerische Komödie „Wo geht’s denn do zum Himmi?“ von Ulla Kling aus dem Theaterverlag Rieder eine himmlische Kulisse auf die Bühne gezaubert, in der Wolken, Himmelstor, Heiligenscheine und himmlische Ordnungsvorstellungen schnell auf sehr irdische Realitäten trafen.
Auch im Himmel ist längst nicht alles so „himmlisch“, wie man es sich gemeinhin vorstellt. Denn wo unterschiedlichste Charaktere aufeinandertreffen, wird selbst zwischen Wolken und Heiligenscheinen kräftig „gemenschelt“ und nicht alles verläuft nach Plan. Felicita (Karin Sokolovski), zuständig für den himmlischen Schriftverkehr, und der leicht überdrehte Engel Gabrielus (Aika Sokolovski) versuchen verzweifelt, Ordnung in das paradiesische Durcheinander zu bringen – meist jedoch mit überschaubarem Erfolg.
Spätestens mit dem Auftauchen von Pankratius (Ralf Strobel), der samt Tuba, Schafkopfkarten und bayerischer Gelassenheit im Himmel landet, ist es mit der himmlischen Ruhe endgültig vorbei.
Während Blasius (Franz Bachmann) vom ewigen Sitzen auf den feuchten Wolken permanent „undicht“ ist, scheitert Engelbert (Debüt: Mathias Holzschuh) selbst nach unzähligen Flugstunden regelmäßig an perfekten Landungen, der galaktische Blitz-Kurier Emaus (Andreas Windisch) bringt Neuigkeiten immer zu spät und Dominikus (Thomas Riepel) der Unachtsame, ist von der faden Eintönigkeit im Himmel zutiefst gelangweilt. Zusätzliche Unruhe stiften die beiden Teenager-Engel Luciana (Franziska Pfefferlein) und Engelberta (Selina Jahn), bei denen Eifersucht und Flirtereien ganz wie auf Erden zum Alltag gehören.
Richtig turbulent wird es schließlich, als Pankratius’ Ehefrau Benedicta (Lisa Helbig) mit äußerst unhimmlischen Rachegelüsten erscheint und gemeinsam mit der demütigen dienenden Petronella (Debüt: Kerstin Hofmann) eine regelrechte Palastrevolution lostritt. Den endgültigen Gipfel erreicht das Chaos, als ausgerechnet Pankratius die Idee hat, den himmlischen Bewohnern bayerisches Kulturgut näherzubringen – inklusive Wilderer-Drama und dringend benötigter Lederhose.
Aus dem himmlischen Durcheinander entwickelte sich eine kurzweilige Komödie mit viel Wortwitz, Situationskomik und herrlich überzeichneten Figuren, in denen sich das Publikum nicht selten selbst wiedererkannte. Mit sichtbarer Spielfreude gelang es den Darstellern, das Publikum über alle sechs Vorstellungen hinweg bestens zu unterhalten und einen Theaterabend zu bieten, der lange in Erinnerung bleibt.
Zum Ende der Aufführungen sprach Kolpingvorstand Alexander Voitl allen Beteiligten seinen Dank aus, auch den zahlreichen Helferinnen und Helfern vor und hinter der Bühne (Technik: Alexander Jahn, Roland Seitz, Johannes Voitl / Maske: Simone Laumer, Kerstin Hofmann, Barbara Jahn), die mit unermüdlichem Einsatz dafür sorgten, dass alle Aufführungen reibungslos über die Bühne gingen. Ebenso würdigte er die Unterstützung durch die Stadt Abenberg sowie die Grund- und Mittelschule Abenberg für die gute und verlässliche Zusammenarbeit. Ein Dank ging außerdem an den Hofladen Hofmann, der erneut den Kartenvorverkauf übernommen hatte.
Der Erlös der Aufführungen kommt auch in diesem Jahr wieder gemeinnützigen und karitativen Zwecken zugute.
Bericht: Jürgen Miehling
Fotos: Alexander Voitl