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Geschichte des Kolpingwerkes im DV Berlin

 

1852, 2. Februar:

Der junge Kaplan und Religionslehrer Eduard Müller aus Schlesien beginnt seine Tätigkeit als Missionsvikar für den Bereich Berlin, Brandenburg und Pommern und meldet sich bei Propst Leopold Pelldram in St. Hedwig.

 

1852, 11. Juli:

Nachdem Tischlergeselle Wilhelm Beck auf seinen Wanderungen in Köln Adolph Kolping persönlich kennengelernt hatte, kommt Kolping nach Berlin, trifft auf Eduard Müller und den Gesangsverein von Beck. Er wirbt sogleich mit Unterschriftslisten um Mitglieder für einen Gesellenverein. Eduard Müller ist noch skeptisch. Er lässt sich aber schon bald nach dem Besuch bei Adolph Kolping für dessen Idee begeistern.

 

1852, 2. August:

Offizielle Gründung des Berliner Gesellenvereins mit 51 Gesellen und auch Nicht-Gesellen. Eduard Müller wird erster Präses, Wilhelm Beck erster „Senior“. Erstes Vereinslokal wird ein berüchtigtes Etablissement, die „Flinte“, das erst von Mitgliedern entsprechend hergerichtet werden muss.

 

1852, 8. Oktober:

Der Berliner Verein wird in Köln offiziell anerkannt.

 

1852, 24. Oktober:

Stiftungsfest.

 

1855, März:

Adolph Kolping kommt erneut nach Berlin und spricht in einer Großveranstaltung, an der u. a. auch Seine Königliche Hoheit, Kronprinz Friedrich, teilnimmt, über „Gründung, Wesen und Zweck des Gesellenvereins“. Der Berliner Gesellenverein hat mittlerweile schon 445 Mitglieder.

 

1856, 20. April:

Der Gesellenverein feiert das Stiftungsfest einer „Solidarität der Lehrlinge“, der spätere Lehrlingsverein. Wenig später wird auch ein Meisterverein für jene Mitglieder gegründet, die sich als Meister selbständig machten und somit aus dem Gesellenstand ausgeschieden waren. Seit 1882 hieß er „St. Eduard-Meisterverein“.

 

1858

Die „Akademie des Gesellenvereins“ wird offiziell gegründet, nachdem schon vorher Präses Müller und mehrere Lehrer die Gesellen in Religion, Zeichnen, Rechnen, Orthographie, gotische Baukunst, populäre Medizin, Moralphilosophie und Psychologie unterrichteten.

 

1859, 11. Februar:

Präses Eduard Müller kauft für 50.000 Taler das Haus in der Niederwallstraße 11, das später die „Heilige Elf“ genannt wurde. Dieses Haus war ein halbes Jahrhundert Mittelpunkt des katholischen Berlins, vor allem der Vereinsarbeit. Doch es bedeutete auch eine „Leidensgeschichte“ des Gesellenvereins, denn die Schulden und Hypotheken wuchsen und Eduard Müller scheiterte schließlich daran. In der Kasse des Vorstands waren nämlich nur 19 (!) Taler. (Es sollte übrigens nicht die letzte finanzielle Krise von Gesellenverein und Kolpingwerk bleiben!, Anm. d. Verf.)

 

1869, 8. September:

Zum Dank für die „Rettung des Allerheiligsten“ beim sogenannten „Moabiter Klostersturm“, bei dem eine aufgehetzte Menschenmenge das neue Dominikanerkloster in Moabit stürmte und verwüstete, unternimmt Präses Müller mit seinen Kolping-Gesellen eine Sühnewallfahrt zur Muttergottes von der Immerwährenden Hilfe nach Bernau bei Berlin. Diese Wallfahrt wird seither jährlich bis heute durchgeführt und gilt als die älteste Wallfahrt im Bistum. Der „Klostersturm“ gilt als Auftakt zum sogenannten „Kulturkampf“ in Preußen. Der Gesellenverein und auch der Meisterverein werden staatlicherseits verboten und Eduard Müller wird nach einer Hausdurchsuchung verhaftet und zu einer hohen Geldstrafe verurteilt. Grund: eine Notiz des Seniors: „Der Präses hielt sonntags Vorträge über die streitende Kirche“. Das wurde vom Gericht auf den Streit zwischen Staat und Kirche bezogen.

 

1886, 1. Januar:

Der Gesellenverein erwirbt für 141.000 Mark ein Haus in der Niederwallstraße 32, das den „Grauen“ Schwestern von der Hl. Elisabeth aus Schlesien zur Verfügung gestellt wird. Sie richten darin ein St. Josephs-Heim, das spätere erste St. Josephs-Krankenhaus in Berlin, ein. (Das künftige Erzbischöfliche Ordinariat! d. Verf.)

 

1888, 15. November:

Aus Anlass seines 70. Geburtstages wird Eduard Müller von 18 anwesenden katholischen Vereinen zum Generalpräses aller Katholischer Vereine in Berlin ernannt.

 

1890, 12. Oktober

Eduard Müller legt das Amt als Präses des Gesellenvereins nieder, um dadurch die Vorbedingung für eine Aufhebung des Verbotes des Gesellenvereins zu erfüllen. Ohne sein Wissen hatte sich aber bereits vorher ein gewisser Kaplan Wilhelm Schwarz als „sein Nachfolger“ und neuer Präses des Gesellenvereins einführen lassen. Das Verbot wird ab 1. Januar 1891 vom Staat aufgehoben.

 

 

  1. 6. Januar:

Eduard Müller stirbt in seiner oberschlesischen Heimat, in Neisse. Er wurde aber nach Berlin überführt und fand seine erste Ruhestätte auf dem Domfriedhof St. Hedwig in der Liesenstraße. Nach Fertigstellung der St. Eduard-Kirche (1907) in Berlin-Neukölln wurde sein Leichnam 1920 dorthin überführt. Die dortige Kolpingsfamilie fühlt sich bis heute als „Wächter am Grabe Eduard Müllers“ und seither finden dort jährlich die Eduard-Müller-Gedächtnisfeiern statt.

 

1906

Präses Schwarz verlässt Berlin wieder. Sein Nachfolger im Präsesamt der Kolpingsfamilie wird Clemens August Graf von Galen, damals Kaplan an St. Matthias, Schöneberg, der spätere Pfarrer von St. Matthias und ab 1933 Bischof von Münster, 1946 Kardinal.

 

1911, 25. Juni:

Das neue Gesellenhaus (Miterbauer Graf von Galen) am Anhalter Bahnhof, heute Stresemannstraße 66, wird von Kardinal Kopp, Fürstbischof von Breslau unter großer Beteiligung der Berliner Katholiken eingeweiht. Das neue Haus hat 208 Betten, davon 44 Einbettzimmer, zwei Schlafsäle mit je 18 Betten für Zugereiste, und war während der Kriegsjahre 1914 bis 1918 ein Reservelazarett.

 

1919

Graf von Galen wird Pfarrer von St. Matthias und legt deswegen sein Präsesamt nieder. Sein Nachfolger wird der Jesuitenpater Gerhard Siebers.

 

1920, 1. Oktober:

Die Schaffung von Groß-Berlin hat zur Folge, dass nun gleich mehrere katholische Gesellenvereine existieren. Daher erhält der Gründungsverein an St. Hedwig und später durch das neue Gesellenhaus an St. Clemens den Namen „Kolping-Zentral“.

 

1927, 11. September:

Die 75-Jahr-Feier des Berliner Gesellenvereins (Zentral) zeigt sich als ein Zeichen katholischen Lebens und Schaffens in der Großstadt Berlin. Am 11. September gibt es ein großes Stiftungsfest. Eine Ausstellung der verschiedenen Fachabteilungen präsentiert sich im Staatlichen Kunstgewerbemuseum. Bei der Festversammlung im Preußischen Landtag sind auch Reichskanzler Dr. Wilhelm Marx und Nuntius Eugenio Pacelli, der spätere Papst Pius XII., anwesend. Im Osten Berlins, im Bezirk Friedrichshain, wird im gleichen Jahr in der Mühlenstraße ein neues katholisches Gesellenhaus eröffnet. Es trägt den Namen „Eduard-Müller-Haus“, in Erinnerung an den ersten Präses und Mitgründer des ersten Berliner Gesellenvereins. Es wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört. Das Grundstück lag danach im Grenzstreifen der DDR. Bemühungen, es wieder für das Kolpingwerk zurück zu erwerben, liefen nach der „Wende“ intensiv an, waren aber bis heute noch nicht erfolgreich.

 

1930, 13. August:

Berlin wird ein selbständiges Bistum. Das hat zur Folge, dass auch der bisherige „Bezirk Berlin“ des Gesellenvereins im Diözesanverband Breslau eigener Diözesanverband wird. Erster Diözesanpräses wird der Jesuitenpater Gerhard Siebers.

 

1931, 1. Januar:

Die erste Diözesanstatistik nennt für die Gesellenvereine im Bistum Berlin folgende Zahlen: 35 Vereine mit 144 Neumitgliedern, 2481 aktive, 5280 Altmitglieder: 18 Fachabteilungen mit 25 Fachkursen und 20 sonstigen Kursen, die als Vorläufer des späteren „Sozialen Seminars Kolping“ angesehen werden können.

 

1933, Herbst:

Das Kolpingwerk in Deutschland steht vor einer neuen Bewährungsprobe. In dieser kritischen Zeit unterstrichen die Gesellenvereine in aller Welt ihre Zusammenarbeit und nannten sich künftig „Kolpingsfamilie“.

 

1935, September

Trotz der schwierigen politischen Entwicklung fand die Marienwallfahrt nach Bernau unter großer Beteiligung statt. In der Philharmonie wird eine Handwerksausstellung der Kolpingsöhne eröffnet.

 

1938, 26. Juli:

Die Berliner Kolpingsfamilien werden aufgelöst. Das Eduard-Müller-Haus in der Mühlenstraße sowie das Gesellenhaus in der Wilhelmstraße werden beschlagnahmt.

Die Mitgliedschaft in der Kolpingfamilie brachte vielen Kolpingsöhnen berufliche Nachteile, zahlreiche Entlassungen oder Nichteinstellungen.

 

1939, 14. Februar:

Diözesanpräses P. Gerhard Siebers SJ stirbt. Wegen des Verbots erhielt er keinen Nachfolger. Mit seinem Tode schien auch das Kolpingwerk in Berlin gestorben zu sein. Die meisten Kolpingmitglieder mussten in den Krieg ziehen, nur einige Heimgebliebene trafen sich heimlich weiter. Zahlreiche fielen aber im Krieg.

 

1945/1946

Die Kolpingfamilie Berlin-Zentral schien am Ende und an einem völligen Neuanfang: Das 1927 neu eingerichtete „Eduard-Müller-Haus“ an der Mühlenstraße in Berlin-Friedrichshain war stark zerstört. Beschädigt war auch das Haus an der Wilhelm-/jetzt Stresemannstraße am Anhalter Bahnhof. Ein Neuanfang begann erst 1946 im letzteren Haus. Jesuitenpater Dr. Johannes Wellen kümmert sich um die aus Krieg und Kriegsgefangenschaft zurückkehrenden Kolpingmitglieder. Ab 1946 trifft sich die Kolpingsfamilie Berlin-Zentral wieder regelmäßig in der Stresemannstraße. Erster Senior wird Hans Kentgens. Beim Schutzfest des hl. Josef und zum Kolping-Gedenktag werden die Mitglieder gebeten, beim Vorstand Lebensmittelmarken

(100 g Brot, 30 g Zucker und 20 g Fett) abzugeben.

 

1947:

Der Diözesanverband Berlin wird offiziell neu gegründet und umfasst bereits wieder 18 Kolpingsfamilien, die bis 1951 auf 39 anwachsen. Auch die jährlichen Marien-Wallfahrten werden wieder  aufgenommen. Hatten die Kolpingsmitglieder im Ostteil der Stadt nach wie vor die Möglichkeit, nach Bernau zu pilgern, mussten die Mitglieder im Westteil Berlins aus „politischen Gründen“ eine Alternative suchen: 1947 nach St. Marien, Heiligensee, von 1948 bis 1950 nach Marienfelde, St. Alfons.

 

1948:

Das „Soziale Seminar der Kolpingsfamilie Berlin“ wird gegründet.

Das Seminar zählte in wenigen Jahren bis zum Jahr 1951 wieder bis zu 100 Hörer pro Trimester, von denen die Hälfte nicht zur Kolpingsfamilie gehörte.

 

1948, 17. November:

Der erste Diözesantag nach dem Krieg wird im Berliner Canisius-Kolleg abgehalten.

 

1949:

Nach 14 Jahren gibt es wieder eine Handwerksausstellung im Pfarrsaal von St. Clara (Berlin-Neukölln) unter dem Titel „Arbeitsamkeit und Fleiß“.

 

1951, 22. März:

Pater Johannes Wellen SJ stirbt. Sein Nachfolger als Präses wird Pater Bernward Brenninkmeyer, ebenfalls aus dem Jesuitenorden. Im gleichen Jahr im Oktober feiert der neue Bischof von Berlin, Wilhelm Weskamm, am Grabe Eduard Müllers in der St. Eduard-Kirche einen Wortgottesdienst.

 

1952:

Das 100. Jubiläumsjahr der Berliner Kolpingsfamilie Zentral wird das ganze Jahr über gefeiert. Es beginnt mit Ausstellungen über das Werk Adolph Kolpings im Rathaus Tempelhof und in St. Clemens. Einem Triduum vom 1. bis 3. Mai mit Predigten des damaligen Generalsekretärs Karl Plettenberg folgt eine Wallfahrt im Mai von Tegel nach Frohnau. Ein Festakt mit Festkundgebung zu Pfingsten gehörte ebenso dazu. 5.000 Menschen kamen damals zum Sportplatz am Kreuzberg. Dabei wurde auch ein Grußwort von Papst Pius XII. verlesen. Die 100-Jahr-Feier des Berliner Kolpingwerkes fiel damals mit dem 75. Deutschen Katholikentag zusammen, der vom 19. bis 25. August in Berlin stattfand.

 

1953/54:

Nach und nach macht sich die politische Spaltung der Stadt und des Landes auch auf die Arbeit der Kolpingsfamilien in Ost und West bemerkbar. Während die Westberliner Kolpingbrüder nicht mehr in das Berliner Umland fahren dürfen, orientieren sich die Ostberliner nach wie vor an der Kolpingsfamilie Berlin-Zentral und nehmen, trotz mancher Schikanen und persönlichen Benachteiligungen, an den zentralen Veranstaltungen in St. Clemens, an Bekenntnistagen der Jugend oder Bistumstagen in der Waldbühne teil.

 

 

 

 

1956, Mai:

Die erste Ausgabe von „Kolping in Berlin“ erscheint, das Organ des Kolping-Diözesanverbandes.

 

1958, August:

Der 78. Deutsche Katholikentag in Berlin versammelt noch einmal Kolpingmitglieder aus Ost und West. Doch damals kam bereits die Frage auf: „Wird dies das letzte Mail sein?“

 

1959:

Die „Kirchliche Kolpingarbeit“ im Ostteil des Bistums wird neu strukturiert. Kein Verein, kein Verband, sondern eine „familienhafte Gemeinschaft“ innerhalb einer Pfarrgemeinde war das, was die Kolpingarbeit auch über die rigorose atheistisch-sozialistische Zeit rettete. Pfarrer Johannes Zoda (Berlin-Niederschönhausen) wurde vom Bischof Alfred Bengsch als Beauftragter für die Kirchliche Kolpingarbeit im Ostteil des Bistums beauftragt. Im Westen hatten damals viele Kolpingmitglieder kein Verständnis dafür. Man befürchtete eine Spaltung, die ja dann auch beim Bau der Mauer, am 13. August 1961 erfolgte.

 

1961, 12. Februar:

Die Kolpingsfamilie Berlin-Zentral führt in den Schultheiss-Festsälen Hasenheide ein Faschingsvergnügen mit 282 Teilnehmern aus Ost und West durch.

 

1961, 13. August:

Der Bau der Mauer war ein schwerer Schlag für die Einheit, nicht nur der Stadt und des Bistums, sondern auch für den Diözesanverband Berlin des Kolpingwerkes. Dennoch bemühte man sich weiter um enge Kontakte hüben und drüben.

 

1965, 4. Dezember:

Anlässlich des 100. Todestages von Adolph Kolping findet in der Kongresshalle ein Diözesantag unter dem Thema „Kolpings Geist in gewandelter Welt“ statt.

 

1967, 11. November:

Der Ruf nach einem eigenen Kolpinghaus in Berlin war stärker geworden. Nach einer mehrjährigen Spendenaktion wird nun der Grundstein zum neuen Kolpinghaus in der Methfesselstraße in Berlin-Kreuzberg gelegt. Architekt ist Johannes Jackel. Das Haus sollte nicht nur Heim der Kolpingsfamilien, sondern auch Bildungsstätte werden.

 

1968:

Im Zuge einer allgemeinen Verbandsmüdigkeit leiden auch die Kolpingsfamilien im Westteil des Bistums zunehmend an Nachwuchsmangel. In diesem Jahr zum Beispiel konnten keine Mitglieder mehr für einen arbeitsfähigen Diözesanvorstand gefunden werden. Eine zehnköpfige Kommission übernahm die Geschäfte des Vorstandes.

 

1968, 26. Oktober:

Auf einer außerordentlichen Diözesanversammlung wurde eine neue Konzeption mit neuer Satzung und neuen Statuten angenommen.

 

1969:

Die Spandauer Kolpingsfamilie, die zweitälteste Berlins, begeht mit einer Festwoche vom 19. – 27. April ihr 100-jähriges Bestehen.

 

1970, Mai:

Nach Öffnung des Kolpingwerkes für weibliche Mitglieder werden in der Kolpingsfamilie St. Konrad, Berlin-Friedenau, die ersten zwölf weiblichen Mitglieder im Diözesanverband Berlin aufgenommen.

 

1970, 30. Oktober:

In Anwesenheit von Generalpräses Heinrich Festing aus Köln findet die Einweihung des neuen Kolpinghauses statt. Generalvikar Prälat Dr. Albs benediziert in Vertretung des Bischofs die Kapelle des Kolpinghauses.

 

1972:

Die Diözesanversammlung wählt P. Hans-Georg Lachmund SJ zum neuen Diözesanpräses des Kolpingwerkes Berlin. P. Bernward Brenningmeyer SJ wird verabschiedet und erhält aus den Händen von Generalpräses Heinrich Festing die Goldene Kolping-Medaille.

Im gleichen Jahr wird durch Kolpingbruder Alfred Kneifel der „Kolping-Seniorenkreis“ gegründet. Die Angebote dieses Kreises wie Bildungsarbeit, Reisen, Exerzitien und Geselligkeit erfreuen sich zunehmender Beliebtheit und sind bis heute ein „Highlight“ in der Kolpingarbeit unseres Erzbistums.

 

1974:

Es ist das Jahr des 90-jährigen Bestehens der Kolpingsfamilie Charlottenburg. Gleichzeitig wird in diesem Jahr Kardinal Alfred Bengsch die traditionelle Eduardfeier in Neukölln unter dem Thema „Erneuerung“ leiten.

 

1975:

Im Heiligen Jahr 1975 beteiligt sich eine große Zahl von Kolpingmitgliedern an einer Rom-Wallfahrt.

Im gleichen Jahr wird im Oktober auf einer Tagung des Diözesanvorstands und der Vorsitzenden der Kolpingsfamilien beschlossen, ein Projekt des Brasilianischen Kolpingwerkes zu finanzieren und zu unterstützen.

 

1976, 21. Februar:

Bei der Diözesanversammlung erhält der Berliner Kolpingsohn Joseph Stingl, Präsident der Bundesanstalt für Arbeit in Nürnberg, aus der Hand von Generalpräses Heinrich Festing für seine Verdienste um das Deutsche Kolpingwerk und für sein Engagement bei der Finanzierung des Berliner Kolpinghauses die Goldene Kolping-Medaille.

 

 

 

1976, 17. Juni:

Bei der Fronleichnamsfeier mit Kardinal Alfred Bengsch in der Berliner Waldbühne, bei der mehr als 25.000 Berliner Katholiken teilnehmen, sind die Berliner „Kolpingsöhne“ mit Ordnerdiensten, ihren Bannern und ihrem Diözesanvorsitzenden Johannes Schroller, der als humorvoller Moderator den Tag begleitet, im Großeinsatz.

 

1977, Oktober:

Das 125-jährige Jubiläum des Berliner Kolpingwerkes wird in Ost und West gefeiert. Kardinal Bengsch feiert in der St. Hedwigs-Kathedrale, Weihbischof Johannes Kleineidam in Ss. Corpus Christi in Prenzlauer Berg und Generalpräses Heinrich Festing in St. Bonifatius im Westteil des Bistums. Dort gibt es auch einen Festakt in der Kongresshalle mit dem Hauptredner Dr. Rainer Barzel, MdB.

 

1978, 25. Januar:

Die Kolpingjugend hat sich wieder konstituiert. Erste Diözesanvollversammlung der Kolpingjugend.

 

1979:

Ein neues Diözesanstatut wird verabschiedet.

 

1980, 4. bis 8. Juni:

Großeinsatz der Berliner Kolpingsfamilien, vor allem als Ordner, beim Deutschen Katholikentag in Berlin.

 

1982, 8. September:

Der bisherige Diözesanvorsitzende Johannes Schroller tritt nach einer finanziellen Affäre zurück. Nachfolger wird am 27. November Erwin Brzesny, sein Geschäftsführer wird Manfred Appelt.

 

1983, 1. Januar:

Pro Mitglied und Jahr wird ein Solidaritätsbeitrag von zwei Mark für die Etaterweiterung des Diözesansekretariats kassiert.

 

1985:

Das Kolpingwerk, Diözesanverband Berlin, verkauft das Kolpinghaus in der Methfesselstraße an das Bistum Berlin. Am 2. März 1989 wird das Haus weiterverkauft, die Kapelle „entwidmet“.

 

 

1987, 19. März:

In Berlin-Reinickendorf wird, unweit der St. Marien-Kirche, ein „Kolpingplatz“ eingeweiht.

 

1988, 23. Oktober:

Während der Zentralversammlung des Kolpingwerkes in Münster/Westfalen verstirbt der Geschäftsführer des Berliner Kolping-Diözesanverbandes, Manfred Appelt.

 

1989:

Die Geschäftsstelle des Kolpingwerkes befindet sich nun im ehemaligen Franziskanerkloster in Tempelhof, Götzstraße 65. Die Kolpingsfamilie Berlin-Zentral bekommt wieder Räume in ihrem ehemaligen Gesellenhaus an der Stresemannstraße 66, unweit des ehemaligen Anhalter Bahnhofs.

 

1990, 1. Januar:

Pfarrer Dr. Stefan Kotzula wird Nachfolger von Monsignore Johannes Zoda als Präses für die Kirchliche Kolpingarbeit im Ostteil des Bistums Berlin. Msgr. Zoda stirbt, nach 30 Jahren engagierter Kolpingarbeit im Ostteil des Bistums, am 30.08.1993.

 

1990, 21. April:

 

In Berlin-Niederschönhausen wird zum 100. Geburtstag von Pfarrer Josef Lenzel eine Straße nach ihm benannt.

 

1990:

Das Jahr der „Wende“ in Deutschland bringt eine Menge von Veränderungen auch im Bereich der Kolpingarbeit. Es gibt in diesem Jahr erstmals eine öffentliche Mitgliedererhebung in der frühen DDR.

 

Im September beschließt der Zentralvorstand: Mit Vollzug der Deutschen Einheit am 3. Oktober gehört der Diözesanverband Berlin mit den neuen Bundesländern zum Kolpingwerk Deutscher Zentralverband. Nach der Wiedervereinigung setzt sich der Diözesanvorstand in Berlin bis zur nächsten Diözesanversammlung aus den Vorständen in Ost und West zusammen.

 

1991, 25. Mai:

Die Diözesanversammlung wählt einen gemeinsamen Diözesanvorstand.

 

1991, 28. August:

Gründung des Kolping-Bildungswerkes Diözesanverband Berlin e. V.

 

1991, 25. Oktober – 1. November:

Zahlreiche Berliner Kolping-Mitglieder nehmen an der Rom-Wallfahrt anlässlich der Seligsprechung Adolph Kolpings in Rom teil. Der Präses der Kolpingsfamilie Berlin-Zentral, Monsignore Lorenz Gawol, geht am 26. Oktober für 10 Jahre als Priester zu den Wolga-Deutschen nach Nord-Kasachstan. Die von ihm dort neu errichtete Kirche erhält die Kirchenbänke aus der ehemaligen Kapelle des Kolpinghauses Methfesselstraße.

 

1992, 5. November:

Das Kolpingwerk Berlin hält eine Gedenkstunde für alle Opfer und Geschädigte durch Gewalt am Bernhard-Lichtenberg-Platz in Berlin-Tegel.

 

1993:

Beginn der Bezirksarbeit. Es werden fünf Bezirksverbände im Bereich des Diözesanverbandes Berlin gegründet.

 

1994:

Die vier Bungalows in Gildenhall bei Neuruppin, die von den Kolpingbrüdern und –schwestern im Ostteil Berlins seit 1966 für den Urlaub genutzt wurden, müssen abgeräumt werden.

 

1995:

Das bisherige Ortsstatut der Kolpingsfamilie wird ersetzt durch die „Satzung der Kolpingsfamilien“. Diözesanvorsitzender Hans Kositza darf nun – wegen der jahrzehntelangen Beobachtung der Kolpingarbeit im Ostteil des Bistums durch DDR-Behörden und eingeschleuste Stasi-Mitarbeiter – Einsicht in die Akten der Gauck-Behörde nehmen.

 

1995, 1. und 25. April:

Aus dem „Kolping-Bildungswerk Diözesanverband Berlin e. V.“ wird der Verein „Kolpingwerk im Erzbistum Berlin e. V.“. Das Kolping-Bildungswerk Berlin-Brandenburg gGmbH“ wird, in Kooperation mit dem gleichnamigen Bildungswerk in Sachen, neu gebildet. Im gleichen Jahr gibt es mehrere Arbeitseinsätze, vor allem der Kolpingjugend, im ehemaligen KZ Ravensbrück.

 

1996:

Ab Mitte des Jahres wird die Mitgliederzeitung „Kolping im Erzbistum Berlin“ den Beziehern als Einlage des Kolpingblattes von der Post geliefert. Die Kolpingmitglieder sind anlässlich des Papstbesuchs am 23. Juni als Ordner im Olympia-Stadion im Großeinsatz. Vom 22. Juli bis 2. August hatten Jugendliche der Kolpingjugend zusammen mit Jugendlichen aus Polen im ehemaligen KZ Ravensbrück ein Workcamp veranstaltet. Am 5. Dezember wurde von Kolpingmitgliedern auf dem Berliner Ostbahnhof der erste ICE „Adolph Kolping“ feierlich begrüßt.

 

1999, 10. September:

Einweihung des neuen Kolping-Centrum Berlin der Warschauer Straße 57, Sitz der Geschäftsstelle des Diözesanverbands Berlin mit preiswerten Übernachtungsmöglichkeiten und Tagungsräumen. Der Kampf um das ehemaligen „Eduard-Müller-Haus“ an der Mühlenstraße, im früheren Grenzstreifen an der Spree, ist aber noch nicht beendet. Die Rückübertragungsrechte gestalten sich schwieriger als erwartet.

 

2000, 30. April:

Der vorläufig letzte „Tanz in den Mai“, eine traditionelle Kolping-Veranstaltung, findet im Palais am Funkturm statt.

 

2000, 29. September – 1. Oktober:

Am Kolpingtag in Köln nehmen zahlreiche Mitglieder des Berliner Diözesanverbandes teil.

 

2000, 6. Oktober:

Das Kolping-Bildungswerk Sachsen e. V., mit dem das Berliner Kolping-Bildungswerk finanziell eng verbunden ist, stellt Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens.

 

2001, Oktober:

Anlässlich der 10. Wiederkehr der Seligsprechung Adolph Kolpings wird eine Rom-Wallfahrt organisiert.

 

2001, 16. November:

In Hennigsdorf wird vor der katholischen Gemeinde Hl. Schutzengel ein „Adolph-Kolping-Platz“ eingeweiht.

 

2002, 31. Januar:

Die Geschäftsstelle des Diözesanverbandes Berlin muss nach Berlin-Kreuzberg, in die Yorckstraße 88 F, auf das Gelände der Pfarrgemeinde St. Bonifatius umziehen, da ihr die Räume in der Warschauer Straße gekündigt wurden.

 

Ansprechperson

Adalbert Jurasch

info@kolping-berlin.de

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